Länder üben Druck auf Öffentlich-Rechtliche aus
16 Radioprogramme sollen verschwinden, Fusion von arte und 3sat, Plog kritisiert Konzept 16 Radioprogramme sollen verschwinden, Fusion von arte und 3sat, Plog kritisiert Konzept
Mehrere Bundesländer planen drastische Einschränkungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme, um eine Gebührenanhebung zu vermeiden. Demnach soll die ARD 16 ihrer 61 Radioprogramme aufgeben. Zudem sollen Spartenprogramme für Nachrichten oder Klassik künftig von allen ARD-Anstalten gemeinsam produziert werden, heißt es in einem gemeinsamen Konzept der Länder Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Darüber hinaus müssten die beiden Sender arte und 3sat zusammengelegt werden. Der Kinderkanal soll wieder nur bis 19.00 Uhr statt bis 21.00 Uhr senden. Alle digitalen Zusatzprogramme von ARD und ZDF, darunter auch Theater- und Dokumentationskanäle sollen gestrichen werden. Weitere Kürzungen seien beim Internet-Angebot der Sender vorgesehen. Auch beim Personal müsse deutlich gekürzt werden. Der ARD-Vorsitzende Prof. Jobst Plog kritisiert das Konzept: "Die Länder Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen versuchen einen der massivsten Eingriffe in die Rundfunkverfassung der Bundesrepublik. Die Verfasser zielen darauf ab, ARD und ZDF die digitale Zukunft abzuschneiden, aber auch die analoge Gegenwart deutlich einzuschränken. Dies mag den Interessen der kommerziellen Fernsehkonzerne in München und Köln dienen, widerspricht aber der verfassungsrechtlich festgeschriebenen Entwicklungsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks."
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(red) 11.11.2003
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