Insgesamt acht Websites sind mit dem Grimme Online Award wegen ihrer herausragenden publizistischen Qualität im Netz ausgezeichnet worden. Vorab hatte das Institut aus etwa 1.900 Bewerbungen 26 Webangebote nominiert. Erstmalig konnten in diesem Jahr auch Apps eingereicht werden.
In der Kategorie 'Information' prämierten die Jury-Mitglieder zwei Angebote: Das 'MiGAZIN' widme sich den Fragen von Migration und Integration "mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung", so die Jury. Die vornehmlich aus Migranten bestehende Redaktion schaffe mit ihren Sichtweisen neue Einblicke in ein emotionales Thema. Zu dem wurde das Weblog 'Zukunft Mobilität' ausgezeichnet. Die Jury bewertete das Online-Angebot als "gelungenes Beispiel für eine aktuelle, kritische und problembewusste Beschäftigung mit Verkehrsthemen".
In der Kategorie 'Wissen und Bildung' wurden drei Preise vergeben: Das Special des TV-Senders Arte 'Amazonien – die Seele der Indios' widmet sich sich in Videos und Texten dem bedrohten Amazonasgebiet. "Mit Schlagwörtern, Glossar und dezenter Menüführung sowie einer sorgfältig komponierten Abfolge der Videos setzt das Angebot Maßstäbe", urteilte die Jury. Die Plattform 'Lobbypedia' wiederum wurde ausgezeichnet, weil sie die Verknüpfungen zwischen Politik und Wirtschaft transparent macht. So werde, basierend auf dem Netzwerkgedanken, "eine sorgfältige Zusammenstellung des Lobbyismus in Deutschland" präsentiert. Dritte im Bunde ist der YouTube-Kanal 'MusikTraining'. Der Kanal überzeugte die Jury durch die kompetente Aufbereitung vielfältiger Themen, mit denen Musikkenntnisse vermittelt werden. Die Kombination aus Fachwissen und journalistischen Anteilen sei "perfekt gemischt – ohne es dabei an Unterhaltung mangeln zu lassen."
Zwei Preise gab es in der Kategorie 'Kultur und Unterhaltung'. Beide stellen den Menschen in den Mittelpunkt. '140 Sekunden' porträtiert in 140 Sekunden-langen Videos Menschen, die hinter erfolgreichen und originellen Twitter-Accounts stehen. Die Rubrik '140 Sekunden' gehört zum wöchentlichen ZDFinfo-Magazin 'Elektrischer Reporter'.
Als überragend bezeichnet die Jury die Gestaltung der Website 'berlin-folgen' von 2470media und taz.de. Bei diesen Porträts von Menschen aus Berlin entstehe durch die Kombination aus erstklassiger Reportagefotografie, O-Tönen und kurzen Filmsequenzen ein außergewöhnliches Mediengenre.
In der Kategorie 'Spezial' wurde das Tonspuren-Projekt 'Memory Loops' der Künstlerin Michaela Melián ausgezeichnet. Sie verortet neu gesprochene Tondokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus im Stadtraum von München. Der Publikumspreis geht in diesem Jahr an die 'Tagesschau-App'.
Weitere Infos unter www.grimme-online-award.de
(yw) 21.06.2012