ANZEIGE

M&A' im MarCom-Segment: Konkurrenz im Streaming-Markt treibt die Übernahme-Aktivitäten (2019 Q1)

%%%M&A' im MarCom-Segment: Konkurrenz im Streaming-Markt treibt die Übernahme-Aktivitäten (2019 Q1)%%%
Nach dem Rekord-Jahr 2018 – die Londoner Mergers & Acquisitions-Beratung Ciesco zählte 1.392 vollzogene Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 85,6 Milliarden US-Dollar – verzeichnet auch das erste Quartal 2019 neue Höchstwerte. M&A-Experte und Ciesco-Partner Zoja Paskaljevic beobachtet: "Der M&A-Markt im MarCom-Sektor (Medien, Marketing, Technologie) zeigt auch im ersten Quartal 2019 starke Zuwächse. Die Anzahl der erfassten Akquisitionen liegen zwar unter Niveau des Vorjahresquartals, jedoch ist der konsolidierte Kaufpreis der Transaktionen signifikant gestiegen und liegt mit 41,6 Milliarden US-Dollar auf Rekord-Niveau." Ebenfalls rekordverdächtig sind die Bewegungen, die sich derzeit auf dem Streaming-Markt vollziehen.

Der Wettstreit um exklusive Inhalte

Der erste Deal in 2019 kam aus dem Umfeld der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten: Nachdem im Dezember 2018 bereits Pläne durchsickerten, wonach ZDF Enterprises bei der Nadcon Film GmbH (u.a. Filme wie Springflut und Greyzone) einsteigen wollte, hat die Produktionstochter der Mainzer Rundfunkanstalt Anfang 2019 bekanntgegeben, die niederländische Produktionsfirma für Dokumentarfilme Off the Fence B.V. zu 100 Prozent zu übernehmen. Anfang Februar folgte die nächste Ankündigung: Bei der Spielfilm-Produktion 'Freaks' kooperiert das ZDF erstmals mit Netflix. Auch die Zusammenarbeit mit der Video-on-Demand-Plattform Magenta TV der Deutschen Telekom wurde ausgebaut: Mit der Aufnahme von 500 weiteren Produktionen stellt der Streaming-Dienst seinen Nutzern nun mehr als 8.000 Inhalte von ARD und ZDF bereit.

KKR formiert einen neuen Streaming-Player

Bei Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) kam es Anfang 2019 zu drei wegweisenden Akquisitionen: Zuerst vermeldete der Private-Equity-Investor die Übernahme der Tele Medien Gruppe (TMG) von Medien-Unternehmer Herbert Kloiber, wenige Tage später folgte der Erwerb der RTL-Tochter Universum Film. KKR wolle eine Plattform bauen, "die vom Filmset bis ins Kino und zur TV-Auswertung die komplette Wertschöpfungskette mit starker eigener Produktion abdeckt und die durch weitere Firmenzukäufe ausgebaut werden soll", erklärte Philipp Freise, Leiter des europäischen Investmentteams für Technologie, Medien und Telekommunikation bei KKR. Im März 2019 folgte mit der Übernahme der Fernsehproduktionsgesellschaft i&u der dritte Deal. Der KKR-Manager Fred Kogel leitet künftig den Content-Bereich und soll diesen zur "führenden unabhängigen audiovisuellen Inhalteplattform" entwickeln. Dafür soll es zwischen RTL und KKR bei Serien- und Filmentwicklung sowie dem Einkauf nach Angaben des Privatsenders auch künftig eine enge Zusammenarbeit geben. Den zeitlich letzten Schritt auf dem Weg zum unabhängigen Filmstudio ging KKR mit der Übernahme der Münchner Film- und TV-Produktion Wiedemann & Berg Anfang April.

Medien- und Agenturbranche wächst zusammen

Viele der traditionellen Medienunternehmen stehen vor der Herausforderung, bestehende Erwerbsfelder kosteneffizienter zu gestalten und neue Umsatzquellen zu erschließen. Ein solcher Deal ist der DuMont Mediengruppe Anfang 2019 gelungen: Mit der Übernahme der Kontrollmehrheit an der Censhare AG, München, verstärkt das Kölner Medienhaus sein Engagement im Geschäftsbereich Marketing Technology. Die 2001 gegründete Münchner Agentur entwickelt Software für Daten- und Content-gestütztes Marketing für seine Kunden und will mit dem neuen Eigner weiter wachsen. DuMont wiederum kann mit Hilfe der Censhare-Technik eigene Inhalte gezielter und individueller über verschiedene Kanäle hinweg veröffentlichen und gleichzeitig am Wachstum der Agentur partizipieren.
Bei dem Transfer erhielt DuMont rechtliche Unterstützung von KPMG Law. Zudem wurde im Februar bekannt, dass DuMont im Rahmen der zukünftigen Ausrichtung des Gruppenportfolios über einen Teilverkauf verschiedener Medienmarken (u.a. 'Berliner Zeitung', 'Express' und 'Hamburger Morgenpost') nachdenke. Weitere Akquisitionen, bei denen Medienunternehmen Agenturen übernahmen waren Murmann Publishers (Beteiligung an Digitalberatung Storydocks) oder die Main-Post (Beteiligung an Digital-Agentur The Digital Architects).

Accenture Interactive auf Expansionskurs

Der Consulting- und Technologie-Konzern Accenture schlug im ersten Quartal 2019 mehrfach zu: Mit Hjaltelin Stahl (Kreativ-Agentur, Kopenhagen), ?What If! (Strategie-Beratung, London) und Storm Digital (Digital-Agentur, Amsterdam) holte er drei Neuzugänge unter das Dach seiner Digital-Agenturtochter Accenture Interactive. Für Anatoly Roytman, Head of Accenture Interactive Europe, Afrika und Lateinamerika, stand zuletzt der skandinavische Markt im Fokus: Ende 2018 kamen die Kreativ-Agentur The World Loves und die CRM-Agentur Kaplan (beide Stockholm) hinzu. Das Ziel, so Roytman, sei es, Accenture Interactive weltweit aufzustellen und global agierenden Kunden die weltbeste Customer Experience anzubieten. Um dieses zu erreichen, akquirierte Accenture alleine 2018 mehr als 20 Agenturen und Dienstleister unterschiedlichster Disziplinen. Neben Digital- und Kreativ-Agenturen waren Spezialisten für datengetriebene Automatisierung, künstliche Intelligenz und Cloud-Software besonders begehrt. Anfang April ging die Akquise-Tour in Sachen Kreativ-Agenturen weiter: Nach Droga5 (New York) mit rund 500 Mitarbeitern kam die spanische Kreativ-Agenturgruppe Shackleton dazu.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 17/2019 von 'new business'. Hier geht's zur Heftbestellung


zurück

(to) 23.04.2019


Druckansicht

Artikel empfehlen


ANZEIGE


Folgen Sie uns auf Twitter unter @nbZwitscher



Folgen Sie uns auf Instagram