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So feiern Medien 30 Jahre Mauerfall

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(Foto: tagesschau24)

Am kommenden Samstag (9.11.2019) jährt sich der Berliner Mauerfall zum 30. Mal. Für zahlreiche TV-Sender und Print-Magazine Anlass, das historische Jubiläum mit einem Sonderprogramm oder Extra-Angeboten zu begleiten.

Das lief vor 30 Jahren im Fernsehen

Die sicherlich auffälligste Programm-Aktion hat tagesschau24. Auf dem Digitalsender werden am Samstag (9.11.2019) in einem einmaligen TV-Projekt das Originalprogramm des 9. November 1989 in Echtzeit – mit Beiträgen aus Ost- und West-Perspektive und bislang unveröffentlichtem Filmmaterial – gezeigt. Das Sonderprogramm zum Mauerfall beginnt um 17.58 Uhr mit der 'Aktuellen Kamera' und der Übertragung der legendären Pressekonferenz des ZK mit Günter Schabowski. Um 19.03 Uhr folgen die 'Berliner Abendschau' vom SFB und um 19.30 Uhr die Hauptausgabe der 'Aktuellen Kamera'. Später zeichnet tagesschau24 in 'Die Nacht des Mauerfalls' Eindrücke der historischen Nacht nach – in einem Zusammenschnitt mit bislang unveröffentlichtem Originalmaterial. Ergänzt wird das Programm durch ein aktuelles Zeitzeugen-Gespräch mit Gregor Gysi, dem letzten Vorsitzenden der SED-PDS, und Walter Momper, dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Mauerfall On Demand

Neben dem Info-Kanal haben auch einige Dritte Programme besondere Angebote an den Start gebracht.
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), Leipzig, hat unter dem Titel 'Originale 89' erstmals Filmdokumente aus der Wendezeit 1989/90 in seiner Mediathek zum Abruf bereit gestellt. Sendungen aus der ARD und dem ehemaligen Deutschem Fernsehfunk der DDR (DFF) sowie Dokumentarfilme der Deutsche Film AG (DEFA) zeigen historische Höhepunkte aus dem Herbst 1989 und den Folgemonaten. Daneben geben zehn Dokumentarfilme der DEFA Einblicke in den Alltag der DDR-Bürger während des Umbruchs. Alle Zeitdokumente und Filme sind bis zum Jahresende 2019 online verfügbar.

Tele 5 veranstaltet Film-Abende rund um Berlin

Eine Sonderprogrammierung nimmt der Münchner Privatsender Tele 5 vor. Unter dem Label 'D-Movies - Berlin, Berlin' werden ab dem 26. Oktober bis zum 9. November 2019 an insgesamt drei Samstagen sieben ausgewählte Spielfilme und eine Dokumentation rund um die deutsche Hauptstadt ausgestrahlt. Zu sehen sind unter anderem der Film-Klassiker 'Lola rennt' sowie die Dramen 'Rückenwind von vorn' und 'Fucking Berlin' sowie der Fantasy-Film 'Fenster zum Sommer' zu sehen. Zu jedem Film gibt es eine Anmoderation von Constantin Serge (Friedrich Liechtenstein) und Coco (Saralisa Volm).

Die Wende in Serienform

Das ZDF hat die Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze in einem dreiteligen Ost-West-Drama aufgearbeitet. Die Produktion 'Preis der Freiheit' (W&B Television, Wilma Film und ZDF Enterprises)
mit Barbara Auer, Nadja Uhl und Nicolette Krebitz in den Hauptrollen handelt von drei Schwestern in den Umbruchjahren zwischen 1987 und März 1990, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Margot in der Ost-Berliner Behörde "KoKo" Devisen für die wirtschaftlich angeschlagene DDR beschafft, beginnt die alleinerziehende Mutter Lotte das System zu hinterfragen und engagiert sich in der Umweltbewegung zu engagieren. Derweil gilt die jüngste Schwester Silvia als tot, lebt in Wahrheit aber mit neuer Identität im Westen und hat dafür ihre Kinder in der DDR zurücklassen müssen. Die jeweils 100-minütigen Folgen liefen am Montag (4.11.), Dienstag (5.11.) und Mittwoch (6.11.) in der ZDF-Primetime und sind bis auf Weiteres in der Mediathek des Senders abrufbar.

Begleitet wird das fiktionale Projekt von fünf Langen Nächten' zu 30 Jahre Mauerfall mit zahlreichen Dokumentationen zur Wende. In der Nacht zum 9.11.2019 sind etwa die Reihen 'ZDF-History: Die Krake – Die Geschichte der Stasi', 'Als die Mauer fiel – Die ungewöhnliche Geschichte der Familie Popow' und 'ZDF-History: Geheimakte Deutsche Einheit' zu sehen. Am Samstagabend wird schließlich ab 18 Uhr die Berliner Jubiläumsfeier am Brandenburger Tor im Zweiten übertragen.

Weiteren Serienstoff zu diesem Thema bietet etwa Amazons Videoportal Prime Video: Dort steht unter anderem die zehn Folgen umfassende zweite Staffel der preisgekrönten Spionageserie 'Deutschland 86' mit Jonas Nay als DDR-Agent zum Abruf bereit.

Verlage bringen Spezial-Ausgaben und Multimedia-Angebote heraus

Abseits des TV-Marktes beschäftigen sich auch zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen der Verlagshäuser mit Sonderpublikationen dem historischen Ereignis.

Der Berliner 'Tagesspiegel' widmet dem Jahrestag des Mauerfalls eine Sonderausgabe mit einem Themenschwerpunkt. Darin werden Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kultur wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bürgerrechtlerinnen der ersten Stunde und der Schriftsteller Clemens Meyer in Interviews, Kolumnen und Reportagen ihre persönlichen Erlebnisse, Erwartungen und Träume beschreiben. Zu Wort kommen aber auch Kombinatsdirektoren, Sportlerinnen und andere Personen, die den Fall der Mauer unmittelbar miterlebt haben.

Ergänzt wird die Jubiläumsausgabe von zahlreichen Multimediaprojekten, wie etwa einer interaktiven Anwendung für mobile Endgeräte. Mit ihr können Nutzer das frühere Stadtbild Berlins entlang der Mauer anhand von Originalfotos erleben. In Partnerschaft mit dem Startup Timeride am Checkpoint Charlie wird auch eine virtuelle Stadtrundfahrt durch das Ost- und West- Berlin der 80 Jahre möglich.

Auch die 'Berliner Morgenpost' und 'Thüringer Allgemeine' erscheinen am morgigen Samstag mit Sonderausgaben. In der 'Berliner Morgenpost' erinnern sich auf 44 Seiten unter anderem Prominente wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), an die Nacht des 9. November 1989. Berliner und Autoren wie Jörg Thadeusz geben Auskunft über den Stand der deutschen Einheit, und Kinder und Jugendliche erzählen, wie sie das geeinte Deutschland erleben. Neben historischen und aktuellen Fotos aus Berlin geht es außerdem um die Treuhand und die Entwicklung der Stasi-Opfer-Gedenkstätte. Mit einer großen Grafik dokumentiert die Hauptstadtzeitung zudem die Entwicklung in Ost und West.

Die 'Thüringer Allgemeine' wird derweil in ihrer Samstag-Ausgabe ein Bild von Marc Jung, einem aufstrebenden Künstler aus Erfurt, zum Thema 30 Jahre friedliche Revolution auf der Titelseite abdrucken. In buntem Graffiti-Look ist ein Kopf mit verschiedenen Gesichtern zu sehen, die unterschiedlichste Emotionen und damit die ambivalente Stimmungslage im Kontext Mauerfall ausdrücken – Hoffnungen, Wünsche, Ernüchterung, Euphorie und Wut. Das Originalbild wird für einen guten Zweck versteigert. Auch auf den Folgeseiten und in der Wochenendbeilage ist der Mauerfall das bestimmende Thema. Hier erinnert sich etwa der einstige Bundesgrenzschutzbeamte Lutz Schröder an den Fall des Eisernen Vorhangs und ein Jenaer Filmemacher erzählt von seiner nervenaufreibenden Flucht über die ungarische Grenze.

Nicht nur TV-Sender und Verlage haben ein besonderes Programmangebot zum Mauerfall-Jubiläum zusammengestellt. Hier lesen Sie, welche Kampagnen die Agenturbranche zu diesem Ereignis umgesetzt haben.




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(mak) 08.11.2019


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