
KI entwickelt sich im Marketing vom Werkzeug zum strategischen Mitgestalter – Foto: AdriaVidal/AdobeStock
Dmexco 2025
Wie KI das Digital-Marketing verändert
Auf der Dmexco 2025 wird über die Zukunft der Digital-Marketing-Branche diskutiert. Ein Thema, das sich dabei konsequent durch das Konferenzprogramm zieht, ist wenig überraschend Künstliche Intelligenz. New business befragte digitale Werbeunternehmen, wie stark und in welchem Umfang KI im Marketing in Deutschland zum Einsatz kommt.
"Künstliche Intelligenz wird das Leitthema der Messe sein", erklärt Julian Plange, Gründer und Geschäftsführer des Kölner DOOH-Dienstleisters Seatback. "Ihr Einfluss geht weit über einzelne Tools hinaus: Unternehmen setzen KI zunehmend ein, um Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen zu entlasten und neue kreative Spielräume zu eröffnen." Damit entwickele sich KI von einer reinen Technologie hin zu einem echten Produktivitäts- und Innovationsmotor der Branche.
Dass KI bereits in großem Umfang im Marketing eingesetzt wird, beobachtet Dennis Beivers, Director Sales Deutschland und Österreich der finischenn Native-Advertising-Plattform Readpeak. Er erklärt: "KI hat bereits in vielen Bereichen Einzug gehalten – insbesondere in Marketingautomatisierung, Content-Generierung und personalisierten Aussteuerungen."
Laut dem Readpeak-Manager übernehmen KI-Anwendungen zunehmend auch Aufgaben wie Predictive Analytics, Machine-Learning-gestütztes Targeting, kreative Assistenz bei Storytelling oder automatisierte Performance-Optimierung. Mit Blick auf den deutschen Markt sagt Beivers: "In Deutschland könnte meines Erachtens KI noch stärker als operatives Werkzeug gesehen und genutzt werden, etwa bei Effizienzsteigerung, datengetriebener Kampagnensteuerung oder personalisierten Nutzeransprache."
Für Michael Fuhrmann, Regional Vice President DACH und Mittel- und Osteuropa beim US-AdTech-Unternehmen DoubleVerify, bietet KI "enormes Potenzial für den Marketing-Alltag". In seinem Global Insights Report stellte der Dienstleister fest, dass Kampagnenmanager 26 Prozent ihrer Zeit, also mehr als 10 Stunden pro Woche, für manuelle Optimierungen aufwenden. „Repetitive Aufgaben wie diese können jedoch von KI-gestützten Lösungen übernommen werden. Marketer erhalten dadurch wertvolle Zeit für strategisches Denken", erklärt Fuhrmann. Als Herausforderung bezeichnet er die Integration von KI in bestehende Systeme.
Mit Blick auf die kommenden Monate wird sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Marketing verändern. Claudius von Soos, Director Media Sales & Programmatic beim DOOH-Anbieter TV-Wartezimmer, erklärt: "Bislang galt Künstliche Intelligenz im Marketing vor allem als Effizienztreiber – Automatisierung, Predictive Analytics, automatisierte Content-Produktion. 2026 jedoch wird sich der Fokus verschieben: KI entwickelt sich vom reinen Werkzeug zum strategischen Sparringspartner, der Entscheidungen mitgestaltet und kreative Prozesse erweitert." Die Technologie werde nicht mehr nur ausführend, sondern auch entscheidungsunterstützend eingesetzt.
Das größte Potenzial liegt für von Soos in der Personalisierung von Werbebotschaften. "KI-Systeme werden in der Lage sein, Echtzeitdaten aus unterschiedlichsten Quellen zu verknüpfen und so individualisierte Erlebnisse zu schaffen – vom ersten Touchpoint bis zur langfristigen Kundenbindung", erklärt der Media-Chef von TV-wartezimmer.
Als weiteren Gamechanger von KI im Marketing nennt von Soos die Verschmelzung aus generativer KI und kreativem Storytelling. "Marketingkampagnen entstehen künftig in echter Co-Creation von Mensch und Maschine. KI liefert nicht nur Textbausteine oder Headlines, sondern orchestriert Emotionen, Timing und mediale Kontexte", erklärt der Manager, und ergänzt: "2026 wird das Jahr sein, in dem Marketingteams lernen, Verantwortung und Kontrolle mit maschineller Intelligenz zu teilen – und Vertrauen aufzubauen. Das größte Potenzial liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Fähigkeit, KI systematisch in Organisationen, Prozesse und Kultur zu integrieren."
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Marcel Kodura 17.09.2025

