
Die Hansestadt Hamburg hat die Werberechte neu vergeben - Abb.: Shipyard nice media / Hansestadt Hamburg
Hamburgs Außenwerberechte gehen wieder an Wall und Ströer
Das Rennen um die Lose für die Rechte für die über 6.000 Werbeflächen in Hamburg ist nahezu gelaufen – die Bürgerschaft muss den Verträgen noch zustimmen (Formsache). Der Verkehrssenator Anjes Tjarks gab das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung am 11. August 2026 bekannt. Aus den fünf Bewerbern wurden die bisherigen Partner erneut ausgewählt – allerdings in leicht veränderter Konstellation. Pro Jahr erhält die Hansestadt Hamburg rund 30 Millionen Euro an Pacht-Erträgen. Die Verträge laufen bis Ende 2041.
Von den fünf Losen gingen vier an die Ströer-Tochter DSM Deutsche Städte Medien. Dabei handelt es sich um digitale Groß-Screens (maximal 110 Stück), digitale Groß-Säulen (175 Stück), Citylight-Säulen (590 Stück), klassische Litfaß-Säulen / Plakate (900 Stück), Klapprahmen (2.450 Stück) und Bauzäune sowie Uhren-Säulen (480 Stück).
Die JCDecaux-Tochter Wall sicherte sich nur ein Los. Dabei handelt es sich digitale Klein-Screens (250 Stück) und Citylight-Poster (1470 Stück) in Fahrgastunterständen (rund 2250 Unterstände bestehend plus mindestens 400 neue Unterstände).
Unterm Strich hat Wall einige Flächen an die Ströer-Gruppe verloren. Letztere bewirtschaftet bereits die Werbeflächen an den Bahnhöfen in Hamburg sowie im U-Bahnnetz inklusive der Flächen in den Verkehrsmitteln.
Dem Vernahmen nach soll sich auch die Bauer Media Group um die Lose beworben haben. Der in Hamburg ansässige Medien-Konzern hatte 2025 das Nordeuropa-Netz von Clear Channel gekauft und damit eine dritte Säule neben dem Print- und Radio-Geschäft aufgebaut.
Senator Anjes Tjarks: "Mit den neuen Werbeverträgen setzen wir in Hamburg ein klares Zeichen für mehr Lebensqualität, Nachhaltigkeit und kulturelle Vielfalt im öffentlichen Raum. Wir reduzieren die Zahl der Werbeanlagen, schaffen mehr Grün und fördern den Artenschutz – und gleichzeitig investieren wir in Komfort, Barrierefreiheit und Information für alle Hamburgerinnen und Hamburger. Die Fahrgäste des ÖPNV werden insbesondere von den 400 neuen Haltestellenhäuschen profitieren. Die Einnahmen aus der Werbung fließen direkt in wichtige städtische Projekte. So gestalten wir gemeinsam ein attraktives, lebenswertes und zukunftsfähiges Stadtbild."
Jean-François Decaux, Co-Chief Executive Officer von JCDecaux: "Hamburg und JCDecaux verbindet eine besondere Partnerschaft. Ich habe persönlich im Alter von 23 Jahren von dort aus das Geschäftsmodell von JCDecaux in Deutschland zum Erfolg geführt. Die Stadt hat sich als Medien- und Innovationsmetropole in den 1980er Jahren offen für unser Konzept der werbefinanzierten Stadtmöblierung gezeigt und die Chance dieses Public-Private-Partnership Modells von Beginn an begriffen. Durch die hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen und unseren Innovationswillen konnten wir die Freie und Hansestadt Hamburg überzeugen, den Vertrag zu verlängern. Durch die weitere Digitalisierung unseres Portfolios entstehen für unsere Werbekunden und die Stadt neue, effiziente und zielgruppengerechte Kommunikationslösungen."
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Peter Strahlendorf 11.08.2026

