
Der OVK sieht den digitalen Werbemarkt in allen Branchen und Ausspielungsformen weiter im Aufwärtstrend - Foto: Gerd Altmann auf Pixabay
OVK guckt in Sachen Digitalwerbung positiv in die Zukunft
Der Online Vermarkter Kreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat seine ursprüngliche Prognose zum digitalen Werbemarkt in Deutschland für 2026 kräftig angehoben.
Anstatt den Anfang 2026 prognostizierten 8,7 Prozent soll es nun bei den deutschen Online-Display- und -Videowerbeumsätzen um 13,8 Prozent nach oben gehen. Begründet wird dieser Sprung mit einem unerwartet starken ersten Halbjahr, das unter anderem durch die FIFA-WM gepusht wurde. Unterm Strich heißt das laut OVK, dass sich die Umsätze im ersten Quartal des Jahres um 12 Prozent und im zweiten Quartal um15 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach oben bewegt haben.
Handel vor Dienstleistung
Hauptverantwortlich dafür ist der Handel, der insgesamt rund 277 Millionen Euro in Display- und Videowerbung investierte und damit den Spitzenreiter aus 2025, den Dienstleistungsektor, der 230 Millionen digitale Werbeeuros investierte, vom Thron verbannte. An die Weisheit, man muss werben, wenn es einem schlecht geht, scheint sich indes die Automobilindustrie erinnert zu haben. Laut OVK legte der KFZ-Markt in Sachen Digitalwerbung im ersten Halbjahr 2026 um 50 Prozent zu und avancierte damit zum Spitzenreiter in der Betrachtung des prozentualen Zuwachses. Insgesamt investierten die Autohersteller- und händler rund 159 Millionen Euro.
Programmatic weiter im Aufwind
Bei den Buchungswegen zeichnet sich weiter ein Bild, das seinen Boom eigentlich bereits hinter sich glaubte: das programmatische Einbuchen von Kommunikationsmitteln. Wenngleich, das darf nicht verschwiegen werden, der Anstieg als eher moderat bezeichnet werden kann. So erwarten die für die OVK-Auswertung Verantwortlichen eine Steigerung von einem auf 78 Prozent gegenüber 2025. In Euro ausgedrückt entfallen 2026 laut OVK-Prognose 7,1 Milliarden Euro auf Programmatic. Die allerdings tatsächlich der Steigerung des Marktvolumens geschuldet sind und nicht zulasten der händischen Buchungen gehen. Denn auch hier erhöhen sich die platzierten Buchungen gegenüber 2025 um 100 Millionen auf 1,9 Milliarden Euro.
CTV und Streaming werden Bestandteil der Datenermittlung
Rasmus Giese (United Internet Media) und Vorsitzender des OVK: „Die Nachfrage der Werbungtreibenden folgt der technologischen Entwicklung und der veränderten Nutzungsrealität, die wir mit der erweiterten Datengrundlage umfassend abbilden.“
Entsprechend hat der OVK eine Kooperation mit Statista geschlossen und bildet in seinen Marktprognosen nun auch Werbung in CTV sowie in Streaming-Angeboten weiterer Marktteilnehmer.
Hintergrund für die Ausweitung dürfte die massiv zunehmende Bedeutung in diesem Bereich sein. So erwartet der OVK im Bereich der Online-Video-Werbung für das laufende Jahr Umsätze in Höhe von rund 4,8 Milliarden Euro. Damit steigt der prozentuale Anteil von Digital Video am Gesamtmarkt von 51 Prozent (2025) auf 53 Prozent im Jahr 2026.
Rasmus Giese: „„Der Markt wächst in der Breite. Sowohl Display- als auch Online-Videowerbung legen zu, wobei Bewegtbild aktuell eine höhere Wachstumsdynamik aufweist.“
Mehr dazu lesen Sie in new business 10/26, die Anfang Oktober erscheint.
Claudia Bayer 23.09.2026

