Digitale Führungskräfte bevorzugen die klassische Wirtschaft

In Digitalagenturen und bei Technologiedienstleistern werden digitale Führungskräfte am schlechtesten bezahlt (Grafik: Cribb)
Der Fachkräftemangel im Digitalbereich führt branchenübergreifend zu einem immer stärkeren Kampf um die Ressource Mensch. Doch welche Unternehmen und Industriezweige sind bei digitalen Führungskräfte am beliebtesten? Das hat die Hamburger Personalberatung Cribb in einer Studie untersucht. Demnach würden 87 Prozent der digitalen Unternehmenslenker in die klassische Wirtschaft wechseln, um dort die digitale Transformation voranzutreiben. Dabei spielt mehr Gehalt eine untergeordnete Rolle: Die größten Motivatoren sind die Perspektive, in einem etablierten Markt die Zukunft neu zu gestalten (59 Prozent) und sich persönlich weiter zu entwickeln (50 Prozent).
Für die Studie hat Cribb die Gehälter und die Wechselbereitschaft in die klassische Wirtschaft von über 400 Geschäftsführern, Vorständen und Führungskräften der deutschen Digitalwirtschaft. Demnach bemerkt mehr als jeder Zweite einen deutlichen Anstieg in den erhaltenen Job-Angeboten von klassischen Unternehmen, im Durchschnitt sind es sieben im Jahr.
Die klassische Wirtschaft konkurriert nicht nur untereinander um die besten Digitalköpfe. Auch für die Digitalwirtschaft spielt die Transformation eine große Rolle. So beziehen Entscheider, die für den Verantwortungsbereich Digitalisierung zuständig sind, mit durchschnittlich 249.839 Euro noch vor dem General Management (210.858 Euro) und Operations (206.421 Euro) das höchste Salär. Ihr Gehalt ist im Vergleich zu 2014 sogar um neun Prozent gestiegen. Am besten verdienen Digitalisierungsverantwortliche im Bereich Digital Media (360.800 Euro) und Digital Services (304.143 Euro), gefolgt von Medienhäusern (255.00 Euro) und Digital Technologies (216.340 Euro).
Spitzenverdiener sitzen in Digital-Commerce-Unternehmen
Insgesamt betrachtet liegt der Durchschnittsverdienst von Unternehmenslenkern in der Digitalwirtschaft bei 196.796 Euro, davon beträgt der fixe Anteil 72 Prozent und der variable Anteil 28 Prozent. Der Mittelwert ergibt sich jedoch aus signifikanten Gehaltsunterschieden: Erhalten die Spitzenverdiener bis zu 940.000 Euro, beziehen andere ein Jahresgehalt von unter 100.000 Euro.
Mit durchschnittlich 222.200 Euro erzielen Entscheider in Digital-Commerce-Unternehmen das höchste Einkommen. Damit liegen sie laut der Studie vor Geschäftsführern und Vorständen von Digital-Media-Unternehmen (213.569 Euro), Medienhäusern (204.363 Euro), Digital Services (193.905 Euro) und Software/SaaS-Anbietern (188.570 Euro). Deutlich schlechtere Einkommensperspektiven bieten Digital-Agenturen (178.509 Euro) und Digital-Technologies-Unternehmen (172.086 Euro).
(mm) 09.09.2016

