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Normalbürger und Eliten unterscheiden sich zunehmend in ihren Werten

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Die Deutschen stehen digitalen Entwicklungen wie künstlicher Intelligenz und Algorithmen eher skeptisch gegenüber (Foto: GIM)

Wenn Bürger in ihre Zukunft schauen, dann macht ihnen die umgreifende Digitalisierung am meisten Sorgen. Sie fürchten, dass sie durch Algorithmen in vielen technologischen Anwendungen die Kontrolle über ihre eigenen Daten verlieren und fühlen sich in ihrem autonomen Handeln bedroht. Stattdessen besteht ein großes Bedürfnis nach Tradition und Heimat, menschlicher Nähe sowie Gerechtigkeit und Solidarität. Zu diesen Ergebnissen kommt die Trendstudie 'Values & Visions 2030' der Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM), die Werteentwicklungen in Deutschland untersucht.

Werden jedoch Experten für eine Bewertung der Trends herangezogen, zeigen sich in einzelnen Aspekten Unterschiede ihrer Einstellungen zu denen der Bürger. Heimat und klassische Familie beispielsweise, die im Verbraucherpanel als Sehnsuchtswerte gelten, werden von den Experten neutral zwischen Zustimmung und Ablehnung eingeordnet. Umgekehrt finden die Experten das Konzept von Wahlfamilien oder ein steigendes Vertrauen in Künstliche Intelligenz deutlich wünschenswerter als die Allgemeinheit.

"Man kann dies durchaus im Lichte der aktuell diskutierten Entfremdung zwischen Eliten und Normalbürgern betrachten. Marketing, das sich sehr stark an den Wertesystemen der Eliten orientiert, geht möglicherweise an den Einstellungen großer Konsumentengruppen vorbei – oder kollidiert sogar mit ihnen", sagt Dr. Björn Huber, Research Manager bei GIM. Jedoch gibt es auch Überstimmungen in den Wertemustern zwischen Experten und Bürgern. So messen beide Gruppen dem Wert 'Verantwortung übernehmen' unter den dynamischen Entwicklungen die höchste Bedeutung zu.

'Values & Visions 2030' ist eine Studie, die eine Kombination qualitativer und quantitativer Methoden anwendet. Dieser Forschungsmix ermöglicht sowohl die Betrachtung von Megatrends, die den strukturellen Wandel abbilden, als auch den Wertewandel, der kulturelle Veränderungen spiegelt. In Interviews und Workshops mit 46 Experten aus Wissenschaft (Psychologen, Soziologen und Philosophen) und Wirtschaft sowie auf dem Wege klassischer Recherche identifizierte das Forscherteam im ersten Schritt fünf globale Megatrends: Algorithmisierung, Verwertung, Gestaltung, Fragmentierung und Re-Lokalisierung. Im zweiten Schritt bewerteten die Experten und 1.000 repräsentativ ausgewählte, politisch interessierte Bürger Aussagen zu diesen Trends unter drei Gesichtspunkten: Für wie viele Menschen die jeweilige These ihrer Meinung nach heute zutrifft, für wie viele Menschen sie im Jahr 2030 zutreffen wird und wie sehr man sich persönlich das Eintreten der in der These beschriebenen Entwicklung wünscht.



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(mak) 13.06.2017


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