Facebook und TU München planen Institut für Ethik in der Künstlichen Intelligenz

7,5 Millionen Dollar erhält die TU München von Facebook (Foto: Andreas Heddergott)
Die Technische Universität München hat mit Facebook eine neue Partnerschaft geschlossen, um den Aufbau eines "unabhängigen" KI-Ethik-Forschungszentrums zu realisieren. Das TUM Institute for Ethics in Artificial Intelligence (EIAI), das durch eine Erstfinanzierung von Facebook in Höhe von 7,5 Millionen Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren unterstützt wird, soll die ethische Forschung zu neuen Technologien aufbauen und grundlegende Fragen untersuchen, die den Einsatz sowie die Auswirkungen von KI betreffen. Daneben will das Institut die weitere Finanzierung durch zusätzliche Partnerschaften und staatliche Mittel anstreben. Das EIAI wird sich mit Themen rund um die Nutzung und Auswirkung der künstlichen Intelligenz befassen, darunter Sicherheit, Datenschutz, Fairness und Transparenz.
Nach eigenen Angaben will Facebook Tools und Branchenexpertise zu Themen wie der Behandlung algorithmischer Verzerrungen beisteuern. Die Forschungsergebnisse will man schließlich der Öffentlichkeit, der Industrie, dem Gesetzgeber sowie Entscheidungsträgern aus dem privaten und öffentlichen Sektor zur Verfügung stellen.
Das Institut wird von TUM-Professor Dr. Christoph Lütge geleitet, Professor für Wirtschaftsethik und seit 2010 Inhaber des Peter-Löscher-Stiftungslehrstuhls für Wirtschaftsethik an der TUM. In Zusammenarbeit mit einem Beirat aus Vertretern von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie wird das Institut spezifische Forschungsfragen erarbeiten und Forscher einberufen, die sich mit der Ethik der KI und Fragen der Governance befassen.
"Am IEAI wollen wir gleichermaßen Praxiswissen erarbeiten und Leitlinien liefern für die Identifikation und Beantwortung ethischer Fragen der KI für Gesellschaft, Industrie und Gesetzgeber", sagt Dr. Christoph Lütge. "Unsere Themen liegen dabei an den Schnittstellen zwischen Technologie und menschlichen Werten. Diese ergeben sich beispielsweise, wenn sich Menschen im Internet bewegen, Daten hinterlassen oder von Algorithmen Themen oder Nachrichten vorgeschlagen bekommen. Dabei geht es um Vertrauen, Privatsphäre, Fairness oder Inklusion. Genauso werden wir uns mit Transparenz und Verantwortlichkeit etwa in medizinischen Behandlungsszenarien beschäftigen oder mit der Gewährleistung von Rechten und Autonomie bei der menschlichen Entscheidungsfindung in der Interaktion zwischen Mensch und KI."
Das IEAI wird auch die mit anderen Experten auf diesem Gebiet zusammenarbeiten, Konferenzen, Symposien und Workshops organisieren sowie Bildungsaktivitäten mit anderen Institutionen in gemeinsamen Interessenbereichen durchführen.
(mm) 22.01.2019

