Deutsche Entertainment- und Medienbranche kehrt zu robustem Wachstum zurück

Die Werbeerlöse werden von 2019 bis 2024 um jährlich durchschnittlich 0,7 % auf 24,2 Milliarden Euro wachsen, was gegenüber 2019 ein Plus von etwa 0,9 Milliarden Euro ausmacht - Grafik: PwC
Die deutsche Entertainment- und Medienbranche verzeichnete im Jahr 2020 starke Umsatzeinbußen. Mit einem Rückgang von 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr lag der Gesamtumsatz bei 55,4 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Umsatzrückgang, den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in ihrer jährlichen Studie 'German Entertainment & Media Outlook' jemals ermittelt hat. Allerdings erwarten die Studienautoren für das Jahr 2021 bereits wieder einen Anstieg des Branchenumsatzes auf 59 Milliarden Euro. Bis 2025 sollen die Umsätze bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent auf 69 Milliarden Euro steigen.
"Die Pandemie hat viele Entwicklungen der Branche drastisch beschleunigt, die sich in den vergangenen Jahren schon angedeutet haben", sagt Werner Ballhaus, Global Entertainment & Media Sector Leader und verantwortlicher Studienautor. "Wir sehen deutliche Verschiebungen hin zu digitalen Formaten. Das Smartphone entwickelt sich zum wichtigsten Gerät der Mediennutzung. Die Ausnahmesituation hat das Nutzerverhalten und den Medienkonsum nachhaltig beeinflusst und wird die Branche noch auf Jahre prägen."
Analoge Umsätze brechen weg, digitale Segmente legen zu
Trotz des corona-bedingten Umsatzeinbruchs verbuchten die digitalen Segmente im Jahr 2020 ein sprunghaftes Wachstum: Video-on-Demand wuchs mit Umsätzen von 1,7 Milliarden Euro noch stärker als in den Vorjahren. Videospiele und E-Sport legten um 13,6 Prozent zu und setzten 5,2 Milliarden Euro um. Darüber hinaus stiegen die Umsätze aus dem Bereich Virtual Reality (VR) um 27,5 Prozent - hauptsächlich durch Zuwächse im Video- und Gaming-Bereich. Der Datenverbrauch stieg insgesamt um 27,8 Prozent und erreichte ein Volumen von 60,1 Milliarden Gigabyte im Jahr 2020.
Neben dem klaren Trend zu digitalen Bereichen zeigt sich in der PwC-Untersuchung auch die zentrale Rolle von mobilen Endgeräten in der Mediennutzung. Im weiter aufsteigenden Segment Videospiele und E-Sports verbucht das typischerweise auf Smartphones und Tablets beheimatete Social Gaming einen Anteil von 63,2 Prozent am Gesamtumsatz. Darüber hinaus übertraf mobile Onlinewerbung mit einem Zuwachs von 12,6 Prozent erstmals die TV-Werbung. Die Umsätze durch Onlinewerbung insgesamt überstiegen jene aus TV-Werbung um mehr als das Doppelte.
Vorkrisenniveau von 2019 wird 2022 übertroffen
Die Entwicklung in den kommenden Jahren bis 2025 ist in vielen Segmenten durch Aufholeffekte geprägt. Bereits in diesem Jahr ist durch das prognostizierte Wirtschaftswachstum eine deutliche Erholung zu erwarten. Das Vorkrisenniveau von 2019 wird mit Blick auf den Gesamtmarkt bereits 2022 übertroffen. Für die kommenden Jahre prognostiziert die Studie unter anderem ein deutliches Wachstum für Bereiche wie Musik, Radio und Podcast, Internetvideo, Onlinewerbung und Virtual Reality. Der Datenkonsum steigt kontinuierlich mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 22,7 Prozent. Im B2B-Sektor bleibt die Nachfrage nach Wirtschaftsinformationen hoch. Zurückgehende Umsätze sind jedoch für Consumer-Books und den Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt zu erwarten.
Der diesjährige German Entertainment & Media Outlook' verdeutlicht, wie stark die Pandemie das Konsument:innenverhalten nachhaltig verändert hat. Trends und Entwicklungen haben sich im Laufe des letzten Jahres verstärkt. Eine vollständige Rückkehr zu alten Verhaltensmustern und Nutzungsgewohnheiten ist dabei nicht zu erwarten.
(mm) 14.09.2021

