
Mark Read geht Ende Dezember 2025 in den Ruhestand
WPP kündigt Abgang von CEO Mark Read an
Der britischen Agentur-Holding WPP, lange Jahre die Nummer 1 im globalen Werbemarkt, stehen ungewisse Zeiten bevor. Per Pressemitteilung kündigt WPP den Abgang des CEOs Mark Read per Ende Dezember 2025 an. Was auf den ersten Blick wie eine längerfristige Planung aussieht, dürfte letztlich das Eingeständnis / die Erkenntnis sein, dass der von Mark Read eingeleitete Umbau der Agentur-Holding nicht zum gewünschten Ziel führt.
Der 1967 geborene Mark Read trat im September 2018 die Nachfolge des legendären Sir Martin Sorrell an, der aus dem einstugen Einkaufswagen-Produzent WPP die größte Agentur-Holding geformt hatte. Mark Read stand vor der undankbaren Aufgabe, das unübersichtliche Konglomerat WPP neu zu strukturieren und gleichzeitig die Herausforderugnen durch die Digitalisierung zu meistern.
Mit Mark Read steht nun in den kommenden sieben Monaten ein Käpitän auf der Brücke, der das Schiff auf Kurs halten soll, der aber weiß, dass sein Kurs offenkundig nicht der richtige ist. Der Umbau-Prozess bei WPP ist nicht beendet, die Konkurrenz ist angriffslustig und der Auftraggeber-Markt will Partner, die verlässliche Perspektiven bieten.
An der Börse wird Mark Read vorgeworfen, dass sich der Aktien-Kurs seit seinem Antritt als CEO in etwa halbiert hat. Es gibt jedoch einiges an Pluspunkten: Während seiner knapp siebenjährigen Amtszeit ist die Holding-Struktur bei WPP deutlich vereinfacht worden. Der Mafo-Bereich Kantar ist weitgehend verkauft und bei den Networks im Kreatov-Bereich hat es diverse Fusionen gegeben. Bei der bisherigen Cashcow Media findet gerade ein radikaler Schnitt statt. Im PR-Bereich sind die Aufräum-Arbeiten stark vorangetrieben.
Gleichwohl ist WPP immer noch eine globale Baustelle, die den Konkurrenten viele Angriffsflächen bietet. Auf die Anforderungen des Marktes hat WPP bis dato noch keine Antwort in Form einer neuen Philosophie gegeben. Da sind die unmittelbaren Wettbewerber zumindest teilweise weiter. Die Konkurrenz könnte die bestehenden Schwächen bei WPP zum eigenen Vorteil nutzen und so die einstige Nummer 1 weiter schwächen.
Die Konkurrenz-Lage
Positiv zugunsten von WPP dürfte zu Buche schlagen, dass Omnicom und Interpublic durch den Fusionsprozess stark eingeschränkt sind. Publicis muss die erheblichen Übernahmen im Digital-Sektor integrieren. Dentsu ist ebenfalls stark mit der eigenen Umstrukturierung beschäftigt und Havas ist für einen Genrralangriff zu klein.
Bleibt das Accenture Song-Network, das verfügt dank der Mutter über viel Kapital und gilt zudem als kauffreudig. Spekulationen, dass Accenture Interesse an WPP haben soll, halten sich seit langem hartnäckig. Allerdings gilt WPP aufgrund seiner vielfältigen Struktur-Probleme als schwer verdaulich. Aber sollte es zu Teilverkäufen kommen, wäre Accenture sicher ein Kauf-Kandidat.
Auch für andere Consulting-Companies könnte WPP-Teile interessant sein. Darüber hinaus dürften auch Investoren einen Blick auf die WPP-Assets werfen.
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Peter Strahlendorf 10.06.2025

