
Foto: Cannes Lions
Cannes Lions 2025
Nochmal 37 Shortlistplätze für Deutschland
An der Côte d‘Azur rollt der Karren mit den Chancen um einen Löwen munter weiter. Mehr noch, er nimmt nun richtig Fahrt auf. Denn es wurden heute gleich alle Shortlists in den Craft-Kategorien bekanntgegeben.
Und siehe da, nun scheint es auch für die deutschen Arbeiten richtig loszugehen. Insgesamt sind es ja bereits 26 Arbeiten, die auf einen Löwen hoffen können. Heute kommen weitere 37 dazu.
20 Mal Shortlist in den Craft-Kategorien
Angefangen mit den Arbeiten, die in der Craft-Kategorie Design zum Zuge kommen können. Von den insgesamt 1.083 in diese Kategorie eingereichten Arbeiten schafften es 104 auf die Shortlist. Drei davon stammen aus Deutschland. Um ganz genau zu sein, von Serviceplan. Zwei Plätze sicherten sich die Münchener wieder mit den „Penny Price Packs“, die ja schon – wie bereits erwähnt – im vergangenen Jahr mit Löwen bedacht wurden. Einmal punktete die Kampagne „Animal Alerts“, für den Kunden Petpace.
In Digital Craft lief es schon ein bisschen besser. Hier waren insgesamt 553 Arbeiten eingereicht worden, wovon die Juries 60 als so gut befanden, dass sie einen Löwen wert sind. Drei davon stammen aus Deutschland, zwei davon wurden gleich zweimal auf die Shortlist gesetzt.
Als erstes sei die Innocean-Arbeit für Kia genannt: Die Kampagne „Kia Soundscape S“ hat Chancen in den Unterkategorien Music/Sound Design und Excellence in Image Description.
Ebenfalls zwei Chancen auf einen Löwen haben die Kreativen von Accenture Song mit dem „Ghostnetzero“ für den WWF Deutschland, und zwar in den Kategorien Data Visualisation und Technology Achievement in Digital Craft.
Die dritte Shortlistplatzierung konnte sich Grabarz & Partner sichern. Die Hamburger überzeugten mit der Telekom-Kampagne „Miniatur Warmland“ für die das Miniaturwunderland in der Hamburger Speicherstadt zum Schaubild der Erderwärmung wurde.
Besondere Beachtung findet in der Craft-Kategorie natürlich wieder die Unterkategorie Film Craft, in der es im vergangenen Jahr für Deutschland sogar Platin gab. In diesem Jahr waren hier insgesamt 1.450 Arbeiten im Rennen, 142 davon wurden auf die Shortlist gesetzt. In Deutschland können sich drei Agenturen mit ihren Arbeiten Hoffnung machen.
So beispielsweise Serviceplan, die mit ihrer Kampagne „All it takes is a Yes!“ für die Lufthansa in der Kategorie Production Design/Art Direction und Cinematography gleich zwei Chancen auf einen Löwen haben.
Der dritte Löwe in Film Craft könnte an Antoni gehen. Die Berliner sind in der Unterkategorie Licensed/Adaped Music mit ihrer Kampagne „Diet of Love“ für Aldi Süd im Rennen.
In der Kategorie Industry Craft, in der Matthias Spaetgens den Vorsitz hat, waren insgesamt 775 Einreichungen zu begutachten. 85 davon haben es am Ende auf die Shortlist geschafft. Wiederum neun davon stammen aus hiesigen Gefilden.
Einmal steht Serviceplan auf der Liste, wieder mit einer Arbeit, die bereits bei den Cannes Lions 2024 Löwen auf sich vereint haben: „855-How-to-Quit (Opiods)“ für Anzen Health.
Die meisten Chancen, zumindest eine Shortlistplatzierung in der Industry-Craft-Kategorie in einen Löwen umzuwandeln hat Scholz & Friends, deren „Philharmonic Prints“ für die Berliner Philharmoniker vier Mal nominiert wurden.
Auch Ingo Hamburg hat gute Chancen dabei zu sein. Die Agentur hat drei Nominierungen für ihre Canon-Arbeit in der Unterkategorie Photography: Print & Publishing.
Die dritten im Bunde sind Adam&Eve. Die Berliner überzeugten mit „You Must Be Human“ für den Kunden Worldcoin in Copywriting: Outdoor.
Können die Deutschen kein Engagement?
Engagement scheint nach wie vor das Thema in der Markenkommunikation zu sein. Insgesamt wurden 7.253 Arbeiten in dieser Kategorie mit ihren Unterkategorien eingereicht. 734 haben es letztendlich auf die Shortlist geschafft, 16 stammen aus Deutschland.
Allein in der Kategorie Direct – in der Historie eigentlich eine Kategorie, in der den deutschen Agenturen der eine oder andere Löwe mehr als sicher war, hatten die Juroren 2.028 Einreichungen zu bewerten. Am Ende haben es 215 auf die Shortlist geschafft, acht davon aus Deutschland.
Eine reelle Chance auf einen der begehrten Trophäen hat MRM. Die Frankfurter, die mit ihrer Kampagne „Life Donor Card“ für Mastercard bereits auf der Titanium-Shortlist gelistet sind, konnten sich in der Direct-Kategorie zwei Shortlistplätze sichern und sind zusätzlich in PR nominiert.
Ebenfalls drei Nominierungen, alle in Direct, vereint die Kampagne „Breastmilk Money“ von Serviceplan für den Kunden Herconomy auf sich. Hinzu kommen Shortlistplätze für die Penny-Price-Packs und die „Rainbow Wool“ für die Schäferei Stücke.
In der Kategorie Media gab es insgesamt vier Nominierungen, für zwei Kampagnen. So wurde Serviceplan mit der Kampagne „Screen to Save“ für den Kunden Free2Move auf die Shortlist gesetzt.
Die anderen beiden Nominierungen gingen an Scholz & Friends für die Terre-des-Femmes-Kampagne „Unsilence the Violence, die bereits bei diversen Awards gewinnen konnte.
In der Engagement-Unterkategorie PR konnten zwei Kampagnen die Juroren für sich einnehmen. Zweimal auf die Shortlist gesetzt wurde Innocean mit der Billy-Boy-Kampagne „Camdom“. Die dritte Nominierung ging an MRM und die Master-Card-Arbeit „Life Donor Card“.
Und dann gab es in der Oberkategorie Engagement eine Nominierung in „Social & Creator“, also einer Kategorie, in der die Deutschen Agenturen bislang keine Rolle spielten. Dieses Jahr kann sich die Mercedes-Agentur teamX/Antoni/TLGG, alle in Berlin beheimatet, mit der Multi-Platform-Social-Kampagne „250 Reasons not to buy the Mercedes-AMG Purespeed“ berechtigte Hoffnungen auf eines der possierlichen Tierchen machen.
In der Kategorie Entertainment lief es für die Deutschen Agenturen nicht wirklich gut. Weder in Gaming noch in Sport finden sich Arbeiten aus den bundesdeutschen Ländern.
Zumindest in der Musik-Kategorie konnte Anomaly überzeugen. Die Berliner punkteten in der Unterkategorie Fan Engagement/Community Building mit der Arbeit Mars Mellow Launch für den Kunden Cro and Zellerfeld.
Wie es an der Côte weitergeht, erfahren Sie morgen, wenn die nächsten Shortlistplatzierungen und die ersten Löwen bekanntgegeben werden.
Und dann noch unsere Leseempfehlung zum Thema: 23 weitere Shortlistplatzierungen in Cannes
Claudia Bayer 15.06.2025

