
Der Top-Kreative Fred Baader ist im Alter von 76 Jahren verstorben - Foto: new business-Archiv
Trauer um Fred Baader
Am Donnerstag, dem 12. Juni 2025, ist der frühere Top-Kreative Fred Baader nach längerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstorben. Mit dem begnadeten Texter, der unter anderem den Claim "Otto ... find ich gut!" erfunden hat, hat die Werbe-Branche eine ihrer großen Persönlichkeiten verloren.
Der gebürtige Delmenhorster (5. März 1949) lernte nach einer kaufmännischen Lehre und einem Volontariat bei der Hannoverschen Neuen Presse bei der Werbeagentur Hubert Gläsmer GmbH in Bremen den Reiz der Werbung kennen und blieb ihr sein gesamtes berufliches Leben treu. Nachdem er bei Gläsmer die Karriereleiter bis zum Geschäftsführer Text und Beratung hinauf geklettert war, holte ihn der GGK-Gründer Paul Gredinger im Herbst 1980 nach Hamburg und machte ihn zum Geschäftsführer von GGK Hamburg. Nach der Schließung des Hamburger GGK-Büros wurde Fred Baader GF von GGK Düsseldorf.
Da GGK ihm nicht die Gelegenheit bot, sich zu beteiligen, wechselte Fred Baader am 1. Oktober 1983 als geschäftsführender Gesellschafter zu Scholz & Friends - zusammen mit seinem langjährigen Art-Partner Wolfgang Behnken. Dort traf das Duo auf den Berater Uwe Lang, Als dem Trio die Gründung einer Scholz & Friends-Family verwehrt wurde, bei dem es die Mehrheit hielt, hob es kurzerhand die Agentur Baader, Lang, Behnken, aus der Taufe. Bei BLB entstand nicht nur der legendäre Claim "Otto ... find ich gut", sondern auch preisgekrönte Kampagnen für die Zeitschrift Brigitte, die Wochenzeitung Die Zeit, den Möbel-Hersteller Flötotto sowie die Auto-Marke Lada.
Der Erfolg von BLB lockte Kaufangebote der Networks hervor. Die Interpublic-Tochter Lintas konnte das Trio finanziell überzeugen und kaufte BLB. Diese "Ehe" lief nicht so harmonisch, also kaufte das Trio die Agentur zurück. Als der erhoffte Erfolg ausblieb, schlüpfte BLB wieder unter das Lintas-Dach und Fred Baader wurde Kreativ-Chef.
Anfang 2000 verkündete Fred Baader dann seinen Abgang bei Lintas und gründete kurz darauf zusammen mit Dr. Oliver Hermes die Agentur Y&R Hamburg. Kurz darauf rückt das Duo Baader/Hermes sogar zu den Deutschland-Chefs von Y&R auf. Da sie das Dickschiff nicht flott bekamen, wurde das Experiment 2002 wieder beendet. Ende 2006 zog sich Fred Baader aus der Agentur Baader Hermes zurück, blieb jedoch noch Mitgesellschafter bei der Digital-Agentur Berger Baader Hermes in München.
Fred Baader widmete sich fortan primär seiner Leidenschaft dem Kochen und schrieb ein paar Kochbücher. Hier und da war er noch als Creative Consultant aktiv. Fred Baader hat nicht nur Werbe-Geschichte geschrieben, sondern auch maßgeblich dazu beigetragen, den Ruf Hamburgs als Kreativ-Hauptstadt kräftig zu polieren.
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Peter Strahlendorf 16.06.2025

