
Symbolbild: Camilo Jimenez/Unsplash
KEK will Blick auf Vielfaltsgefährdungen erweitern
Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereichs (KEK) hat zum wiederholten Mal eine Reform des Medienkonzentrationsrechts angemahnt. Der KEK-Vorsitzende Georgios Gounalakis sagte bei der Vorstellung des achten Konzentrationsberichts am 8. Juli, "das föderative System ist sehr träge". Vor allem für NRW und Bayern stünde der Schutz der Fernsehanbieter vor Ort weit vorn. Doch gerade vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Mediennutzung und dem Einsatz der KI reiche ein Blick auf private lineare Medien nicht mehr aus. Deswegen forderte er erneut einen "zeitgemäßen Handlungsspielraum für die KEK".
Weil Vielfaltsgefährdungen nicht mehr nur im Zusammenhang mit dem linearen Fernsehen stünde, enthalte er vorliegende Bericht eine Neuerung: Die Kommissionsmitglieder hätten sich in Teams verschiedene Schwerpunktthemen vorgenommen und beleuchtet. So entwickele sich der Konzentrationsbericht weiter in "Richtung eines breiter aufgestellten Gefährdungsberichts".
Auf den ersten Blick habe sich an der Konzentration im Bereich der klassischen Medienmärkte gegenüber dem siebten Konzentrationsbericht der KEK keine gravierende Veränderung ergeben. Im Bereich des bundesweiten privaten linearen Fernsehens sind im Jahresdurchschnitt 2024 weiterhin die beiden Sendergruppen RTL mit 21,5 Prozent und ProSiebenSat.1 mit 14,2 Prozent die mit Abstand zuschaueranteilsstärksten Programmveranstalter. Das öffentlich-rechtliche lineare Programmangebot vereine über 50 Prozent. Andere bundesweite private Programme kämen insgesamt auf rund 12 Prozent der Zuschaueranteile.
Was die umfassende Reform des Konzentrationsrechts anbelangt, zeigt sich Gounalakis "zuversichtlich". Er sieht die Umsetzung des European Media Freedom Act (EMFA) als Beschleuniger. Die dortigen Ansätze seien gut vereinbar mit dem von den Ländern verfolgten "Sektorenmodell". Solche Sektoren, in die die KEK "reinschauen" könnte, wäre Alterskohorten oder die Werbemärkte der Plattformen.
Der Bericht unter dem Titel "Social Media, KI 6 Co. - Neue Gefährdungen für die Meinungsvielfalt", der die Entwicklungen 2021 bis 2024 abbildet, ist hier abzurufen: https://www.kek-online.de/publikationen/medienkonzentrationsberichte/achter-konzentrationsbericht-2025/
(gp)
Frauke Jacoby 08.07.2025

