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Hatte Mark Read den WPP-Verkauf lange im Visier und darauf hingearbeitet? - Foto: WPP

Von langer Hand geplant? WPP und Accenture verhandeln

Hinter vorgehaltener Hand ist das Thema nicht neu: Accenture interessiert sich für WPP. Nun will das Fachmagazin „Campaign“ erfahren haben, dass es zwischen den beiden Unternehmen bereits tiefergehende Gespräche gibt. Dabei soll es vor allem um das Mediageschäft von WPP gehen. Einem Bereich also, in den Accenture – die übrigens im Januar 2001 durch eine Umbenennung aus der Arthur Andersen Unternehmensberatung hervorging – bislang, wenngleich die Iren anderes behaupten, nicht wirklich unter den Größten der Branche angesiedelt sind. WPP hingegen schon.

Wie dem auch sei, allein die Nachricht zu den Gesprächen erklärt einige Personal- und Umstrukturierungsentscheidungen, die in den letzten Monaten gefallen sind. Und die offensichtlich – im Nachherein betrachtet - eine Übernahme vorbereiten sollten.

Als erstes sei da der Abgang von Akqa-Gründer und Gründer Ajaz Ahmet im Oktober 2024 genannt, der, wenn auch nicht von ihm selbst kolportiert, aufgrund der diversen Zusammenlegungen und Umstrukturierungen von Agenturen innerhalb des WPP-Netzwerks erfolgt sein soll.

Wie dem auch sei, Akqa wurde nicht aufgegeben. Vielmehr wurde im April 2025 ein neues, globales Führungsteam installiert, das eindeutig die Verknüpfung von Technologie und Kreation in den Mittelpunkt stellt. Ein Aspekt, der Accenture, die in den letzten Jahren vor allem technologiegetriebene Agenturen in ihr Portfolio aufgenommen haben, gefallen haben dürfte. Aufhorchen lässt in diesem Zusammenhang ebenfalls die neueste Akqa-Personalie: die Ernennung von Baiju Shah zum Global CEO der Agenturmarke. Shah kommt von Accenture Interactive, wo er die vergangenen 16 Jahre in leitenden Positionen auf der Lohnliste stand.

Auch die quasi Vorarbeit, die noch WPP-Ceo Mark Read an anderer Stelle betrieb – gemeint ist das Zusammenführen von Agenturen zu einer Marke, allen voran VML, Burson und WPP Media, dürften Accenture Song in die Karten spielen.

Der vorläufige Höhepunkt, dass WPP „zum Verkauf steht“ dürften die Personalien Mark Read und dessen Nachfolgerin Cindy Rose sein. Die sich in dem neuen Zusammenhang allerdings etwas differenzierter liest. Nämlich, dass sie eher als „Kanonenfutter“ denn als echte Nachfolgerin mit dem Ziel, das Dickschiff WPP wieder auf Kurs zu bringen, eingesetzt wird.

Last but not least beflügelt die jüngste Gründung der Venture-Einheit, die eigentlich noch keine Aufgabe hat, ebenso die Spekulationen, dass die Gespräche zwischen London und Dublin weiter gediehen sind, als bislang gedacht, wie die jüngsten Äußerungen von Martin Sorrell, WPPs einzige Chance sei der Abverkauf einzelner Unternehmensbereiche.

Für welche Unternehmensteile sich Accenture am Ende interessiert und zu welchen Bedingungen, gilt es nun abzuwarten.