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Visual: Pro Quote Medien

Frauenmachtanteil in deutschen Medien schrumpft erneut

Zum dritten Mal in Folge ist der Frauenmachtanteil bei deutschen Leitmedien gesunken. Zu diesem Schluss kommt der gemeinnützige Verein Pro Quote Medien e.V. aus Hamburg in seiner Zählung von Ende Juli 2025. Aktuell liege der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei 37,8 Prozent. Im Frühjahr 2024 waren es noch 39,5 Prozent. Untersucht wurden die Frauenmachtanteile bei der Süddeutschen, FAZ, Taz, dem Spiegel, der Zeit, Focus, Stern und Bild.

Zu den Ergebnissen: Einzig bei der Taz liegt der Frauenanteil in Spitzenpositionen bei 65 Prozent – und damit über den von Pro Quote geforderten 50 Prozent. Auf Platz zwei liegt die Süddeutsche mit einem Anteil von 47,9 Prozent und damit dem größten Zuwachs an Frauen in Spitzenpositionen (+2,6%). Platz drei und vier belegen der Spiegel (45,3%) und die Zeit (42,3%).

Dahinter folgt die Bild, deren Frauenmachtanteil wie auch bei der Zählung zuvor bei 37,9 Prozent stagniert. Der Stern, der mit der Bild den Platz getauscht hat, verzeichnet ein Minus von 3,2 Prozent und einen Anteil von Frauen in der Führung von 35,2 Prozent. Der größte Absteiger der Saison ist allerdings die Welt mit einem Minus von satten 6,5 Prozent und einem aktuellen Frauenmachtanteil von 18 Prozent.

Edith Heitkämper, ProQuote-Vorständin: "Setzt sich die Richtung fort und der Frauenmachtanteil der Leitmedien sinkt weiter, wäre das ein fatales Signal in einer Zeit, in der zunehmend der Schutz von Minderheiten diskreditiert wird, Frauen, die für öffentliche Ämter kandidieren, Hetzkampagnen ausgesetzt sind und der Deutsche Bundestag nur zu einem Drittel mit Frauen besetzt ist."

Dabei gehe es um eine gerechte Verteilung von beruflichen Perspektiven und um eine weibliche Präsenz, sowohl in Führungspositionen als auch inhaltlich. Vielfältige Perspektiven im Journalismus auf Tagesgeschehen, Politik, Wirtschaft oder Sport seien entscheidend für die Meinungsbildung in der pluralen Demokratie. Neben Frauen fehle es deutschen Medienhäusern auch an Menschen mit unterschiedlicher Migrationsgeschichte, sexuellen Orientierung, Gender, Alter oder Menschen mit Behinderung.