ANZEIGE

Suchen

Das Granny-GF-Duo Moritz Preißer und Saghar Munz plant den neustrat nach der Insolvenz-Anmeldung - Foto: Granny

Granny will sich nach Insolvenz neu aufstellen

Die 2016 gegründete Berliner Kreativ- und Influencer-Agentur Granny hat Ende Juli 2025 beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg Insolvenz angemeldet. Gegenüber dem Fachmedium Horizont erklärten die Granny-Geschäftsführer Moritz Preißer und Saghar Munz, dass die Insolvenz-Anmeldung erforderlich war, da die finanziellen Probleme durch Budget-Kürzungen und anderen Verlusten am Ende doch gravierender als zunächst gedacht. 

Wirtschaftlich war Granny seit 2022 nicht gerade auf Rosen gebettet. Für 2022 weist die Agentur einen Gewinn in Höhe von 8.562 Euro aus. 2023 fuhr Granny hingegen einen Verlust in Höhe von 424.613 Euro ein. Anfang 2024 zog sich das Gründer-Trio zog sich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück und übergab die Führung der Agentur-Gruppe an das Duo Louise Stodko und Soukaya M. Thiam. Der erhoffte Turn-around stellte sich offenkundig nicht ein, daher kehrten Moritz Preißer und Saghar Munz im ersten Quartal 2025 wieder ins Tagesgeschäft zurück - im Gegenzug verließ das Duo Stodko/Thiam die Agentur im Frühjahr 2025. Diese Entscheidung hat das Duo offenkundig im Einklang mit Moritz Preißer und Saghar Munz getroffen -Auslöser war die komplexe wirtschaftliche Situation der Agentur-Branche (das geht zumindest aus dem Post von Louise Stodko auf LinkedIn hervor).

Anfang Juni 2025 äußerte sich Moritz Preißer gegenüber Busines Punk, dass es reduzierte Kunden-Budgets gebe. Zudem sei die Anzahl der Beschäftigten von über 60 auf rund 30 geschrumpft. Das Büro in Los Angeles sei geschlossen und das Büro in Amsterdam deutlich verkleinert worden. Inzwischen stehen nur noch rund 20 Beschäftigte auf der Granny-Payroll - deren Gehälter sind bis Oktober 2025 durch das Insolvenz-Geld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Das Granny-Team betreut derzeit Auftraggeber wie Meta und Flixbus. 

Agentur-Insolvenzen werden 2025 häufiger

In 2025 hat es bereits einige überraschende Insolvenz-Anmeldungen im Agentur-Sektor gegeben. So wurde die Digital-Agentur-Gruppe DeatilM aufgelöst, hinter der die kapitalstarke Investment-Company Aurelius aus München stand. Die tradionsreiche Hamburger Agentur ReinsClassen fiel den "Verschieberitis" zum Opfer. Auch die einst größte inhabergeführte CRM-Agentur DEFACTO mit Sitz in Erlangen kam durch kurzfristige Umsatz-Einbußen in eine Liquiditätslücke und stellte beim Amtsgericht Fürth Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz-Verfahrens. 

Mitte Juli 2025 traf es auch die Agentur Shanghai.Berlin, bei der die Private Equity Company BPE aus Hamburg indirekt engagiert ist. 

Kostenlos versorgt Sie der new-business-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!

E-Mail:

Sicherheitscode hier eintragen: