
Wigwam stellt Betrieb ein
Nach Agenturen wie Reinclassen, Defacto und Shanghai.Berlin reiht sich nun ein weiterer Player in die Liste der Agenturen ein, die ihren Geschäftsbetrieb in Kürze einstellen: die Berliner Agentur Wigwam. Auf einer Generalversammlung Anfang Juli 2025 beschloss das Team, die Liquidation zum Jahresende 2025 einzuleiten, wie auf der Website mitgeteilt wurde. Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle laufenden Projekte ordnungsgemäß abgeschlossen werden können. "Wir bleiben handlungsfähig, alle Verträge werden erfüllt und wir kommunizieren transparent mit allen Beteiligten", heißt es dazu vonseiten Wigwams.
Die Campaigning-Agentur wurde 2009 gegründet und agiert seit 2016 als Genossenschaft. Sie hat vor allem Kunden aus dem Public-Sektor: darunter Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg, die Amadeu Antonio Stiftung, das Deutsche Historische Museum, der Verein Athleten Deutschland und der Deutsche Gewerkschaftsbund.
Als Gründe für die selbstbestimmte Liquidation nennt Wigwam die zahlreichen Herausforderungen, denen sich die Agentur vor allem 2024 und 2025 gegenübersah. Diese reichten von Haushaltssperren und Budgetkürzungen bei Kunden über den verstärkten Preiskampf durch große Werbeagenturen bis hin zu den Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz.
Zwar habe man nach Lösungen gesucht, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein – etwa durch die Fokussierung auf einzelne Geschäftsbereiche oder den Ausbau neuer Produkte. Doch diese Bemühungen hätten nicht den gewünschten Effekt erzielt: "Das war kein einfacher Prozess. Und mit der Zeit wurden die Spannungen zwischen äußerem Druck, internen Positionen und unserem Anspruch an demokratisches Arbeiten immer stärker."

