
Damit werden sich die Neo-Nazis künftig ihre Warenkörbe nicht mehr füllen können - Foto: Jung von Matt
Laut gegen Nazis sichert sich Markenrechte am größten Nazi-Onlineshop
Was im Oktober 2023 begann, findet nun einen weiteren Höhepunkt: Der verein Laut gegen Nazis e.V. kann sich die Markenrechte an deutschlands größtem Marken-Onlineshop „Druck18“ sichern.
Wie kann man die Finanzierung der rechten Szene untergraben? Diese Frage stellte sich der Hamburger Verein Laut gegen Nazis e.V. gemeinsam mit der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt AG. Die Antwort: „Recht gegen Rechts“. Eine Initiative, deren Hauptzweck es ist, auf kreative Art und Weise die rechten Strukturen zu zerstören. Und zwar, indem der Verein die Markenrechte an von den Nazis oft genutzten und via Merchandise verbreiteten Codes kauft und der rechten Szene damit die finanzielle Grundlage entzieht.
Seit Oktober 2023 konnten unter anderem bereits die Markenrechte an einzelnen Codes wie wie „HKNKRZ“, „HTLR“ oder „Wehrmacht wieder mit?“. Gesichert werden. Im April 2024 wurde im Rahmen der Initiative die Kampagne „Fashion against Fascism" gelauncht, eine Online-Datenbank gegen Nazi-Codes. Nun ist dem Gespann Laut gegen Nazis und Jung von Matt ein absoluter Coup gelungen: die Sicherung der Markenrechte an „Druck18“, dem größten Onlineshop der rechten Szene und Hauptdistributeur genau der T-Shirts und weiterer Merchandise-Artikel, die bei laschem Hinsehen als provokanter Humor eingeordnet werden können. In Wahrheit sind sie aber die Erkennungszeichen der Szene schlechthin.
„Druck18“ gilt als das Flaggschiff im Bereich Nazi-Merchandise und wird von dem Thüringer Neonazi Tommy Frenck betrieben, einer der zentralen Figuren der rechtsextremen Szene. Der Shop verkauft hunderte Artikel mit rassistischen, antisemitischen und die Geschichte verdrehenden Inhalten. Mit der Sicherung der Markenrechte an dem Shop-Namen darf nicht nur der Shop unter diesem Namen nicht mehr weitergeführt werden. Bei weiterer Nutzung drohen Unterlassungsklagen und Schadensersatzforderungen.
„Wir haben bereits mit der markenrechtlichen Eintragung einzelner Codes gezeigt, dass man Nazis dort treffen kann, wo es ihnen am meisten wehtut – im Geldbeutel. Mit der Sicherung des Namens ‘Druck18’ gehen wir noch einen Schritt weiter“, erklärt Jörn Menge, Gründer von Laut gegen Nazis e.V. „Wer mit rechtem Hass Geld verdient, muss mit Konsequenzen rechnen. Wir wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie Nazi-Codes frei über digitale Ladentheken gehen.“
Claudia Bayer 18.08.2025

