
P7S1-Übernahme geht in die Verlängerung
Beim Bieterkampf um Deutschlands zweitgrößte Privatsender-Gruppe ProSiebenSat.1 Media SE mit Sitz in Unterföhriung bei München bleibt es spannend. Der von der Berlusconi-Familie kontrollierte Großaktionär MFE Media for Europe hat bekannt gegeben, dass man mit Ablauf der Annahmefrist am 13. August 2025 (24.00 Uhr) nun 43,57 Prozent des Grundkapitals sowie 43,6 Prozent der Stimmrechte halte.
Vom 19. August bis 1. September 2025 haben nun alle Aktionäre die Möglichkeit, das MFE-Angebot anzunehmen. Parallel dazu kann MFE die Aktien natürlich auch selber an der Börse einsammlen / kaufen.
Der MFE-Kontrahent PPF, der ja ebenfalls ein Angebot vorgelegt hatte, gebietet derzeit über einen Anteil von rund 18,4 Prozent. Die von der tschechischen Milliardärin Renáta Kellnerová kontrollierte PPF ist im Mai 2025 mit einem Kaufangebot aktiv geworden. Das PPF-Angebot ist ausgelaufen und kann nicht mehr angenommen werden.
MFE hatte im April 2025 ein Übernahme-Angebot unterbreitet und das Angebot Ende Juli 2025 nachbessert, nachdem klar wurde, dass es nicht reizvoll genug ist.
Es ist klar, MFE ist auf dem Weg zur Übernahme ein gutes Stück vorangekommen, doch andererseits noch sehr weit entfernt vom Ziel, mehr als 75 Prozent der P7S1-Aktien zu halten.
Der Kontrahent PPF hingegen braucht nur noch rund sieben Prozent der Aktien, um das MFE-Ziel zu torpedieren.
Bert Habets, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE: "MFE und PPF sind seit langem wichtige Aktionäre von ProSiebenSat.1. Mit ihren Angeboten haben sie ihr langfristiges Engagement und ihre Verbundenheit mit unserem Unternehmen unterstrichen. Wir werden nun den Ablauf der weiteren Annahmefrist für das Angebot von MFE abwarten. Erst anschließend werden wir mehr Klarheit über die künftige Aktionärsstruktur haben."
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Peter Strahlendorf 18.08.2025

