
Medien-Konzentration
KEK gibt grünes Licht für die Deals RTL/SKY sowie DYN Media/Schwarz-Gruppe und DFL
Ende Juni 2025 sowie Anfang Juli 2025 haben zwei Deals im deutschen Medien-Markt für Schlagzeilen gesorgt. Erst gab die Bertelsmann-Tochter RTL bekannt, dass sie den Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland komplett übernehmen wolle, und kurz darauf teilte die Dyn Media GmbH mit, dass sie mit der Schwarz-Gruppe sowie der DFL zwei weitere Gesellschafter bekommen werde.
Diese beiden Transaktionsvorgänge bedürfen nich nur der Zustimung durch das Bundeskartellamt in Bonn, sondern auch der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) mit Sitz in Berlin.
Die KEK hat ihrer 291. Sitzung entschieden, dass den beiden Veränderungen auf der Gesellschafter-Ebene keine Gründe der Sicherung der Meinungsvielfalt entgegenstehen. Also gibt es seitens der KE grünes Licht für beide Transaktionen.
Der Einstieg der Schwarz-Gruppe sowie der DFL bei der Dyn Media GmbH ist damit in trockenen Tüchern. Etwas anders verhält es sich mit dem Deal RTL / Sky. Hier ist durch die Zustimmung durch die KEK die erste Hürde genommen, jetzt bracht es noch die Zustimmung des Bundeskartellamtes.
Recht aufschlussreich bzw. erkenntnisreich ist die Erläuterung der KEK zum Deal RTL und Sky. In der entsprechenden Presse-Info heißt es: " Zusammen erreichten die den Unternehmen RTL Group/Bertelsmann sowie Sky Deutschland und NBCUniversal Deutschland zuzurechnenden Programme im maßgeblichen Zeitraum einen Zuschauer-Anteil in Höhe von insgesamt 23,2 Prozent. Da im Rahmen des Programms RTL Television sowohl Regionalfensterprogramme als auch Sendezeiten für unabhängige Dritte ausgestrahlt werden, sind nach den Vorgaben des Medienstaatsvertrags von dem Zuschauer-Anteil insgesamt 5 Prozent Bonuspunkte abzuziehen. Danach verbleibt noch ein Zuschauer-Anteil in Höhe von 18,2 Prozent. Dies ist im Hinblick auf die Sicherung der Meinungsvielfalt unbedenklich, weil der Medienstaatsvertrag eine vorherrschende Meinungsmacht erst ab einem Zuschauer-Anteil von 30 Prozent im linearen Programm vermutet."
Diese Auswirkung des Deals auf den TV-Werbemarkt liegt außerhalb des Prüfrahmens durch die KEK - damit muss sich das Bundeskartellamt beschäftigen. In der Presse-Info der KEK wird lediglich festgehalten, dass die RTL-Tochter Ad Alliance und die ProSiebenSat.1-Tochter SevenOne Media im Jahr 2024 einen Marktanteil in Höhe von 73 Prozent auf sich vereinen und damit über ein marktbeherschendes Duopol verfügen.
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Peter Strahlendorf 15.09.2025

