Tag Eins der Dmexco ist in vollem Gange: Am 17. Und 18. September 2025 strömen erneut mehrere zehntausend Entscheider:inn aus Medien, Werbung und Marketing nach Köln, um sich in der Messe Köln über neue Entwicklungen im Digital-Marketing zu informieren. Im Fokus steht dabei die Transformation der Werbung durch KI.
new business sprach mit Verena Gründel, Director Brand & Communication der Dmexco, über Veränderungen bei der diesjährigen Ausgabe der Konferenz, über die aktuelle Stimmung in der Branche und Trends im Digital-Marketing.
new business: Frau Gründel, welche Neuerungen gibt es in diesem Jahr auf der Dmexco?
Verena Gründel: Wir haben uns dieses Jahr für das Motto "Be Bold. Move Forward" entschieden. Mit diesem Motto rufen wir bewusst zu mehr Mut und Entschlossenheit im digitalen Marketing auf, denn diese Eigenschaften werden in Zukunft noch wichtiger. Das spiegelt auch unser Programm wider. Über 1.000 Speaker und 500 Sessions geballtes Know-How versprechen jede Menge Input und Anregungen für neue Ideen.
Eine weitere wichtige Neuerung: Wir haben das Programm noch deutlich stärker in thematische Summits umstrukturiert, um eine bessere Orientierung zu bieten und den Besuchern zu helfen, genau die Inhalte zu finden, die sie interessieren. Die neuen Summits konzentrieren sich auf Schlüsselbereiche des digitalen Marketings, wie der 'Dmexco Creators' Summit' oder der 'Dmexco MarTech Summit' sowie die 'Innovation Stage'.
Ein Schwerpunkt liegt dieses Mal auf dem Thema Commerce. Neben dem neuen Dmexco Commerce laden wir in die brandneue 'Commerce Lounge' ein, wo es unter anderem ein 'E-Com-Meet-up', ein Female Leaders, ein 'Commerce-Breakfast' und eine 'E-Com-Night' gibt. Ein besonderes Highlight ist der neue 'Thought Leaders’ Summit' am ersten Tag auf der Center Stage. Hier bringen wir die Referenten unserer wichtigsten Aussteller zusammen – eine mutige Mischung aus Visionären, Changemakern und Zukunftsgestaltern. Und mit der Dmexco Asia findet im Oktober die erste internationale Ausgabe der Dmexco statt.
new business: Welche Erwartungen haben Sie an die diesjährige Dmexco?
Gründel: Die Dmexco wird auch dieses Jahr wieder ein lebendiger Hotspot für führende Köpfe aus der digitalen Wirtschaft sein – mit internationalen Entscheidungsträgern, die die Hallen füllen und die Zukunft des Marketings und der Technologie gestalten. Wir erwarten erneut einen hohen C-Level-Anteil. Jeder vierte Besucher ist CEO, CMO, CTO oder auch COO. Letztes Jahr hatten wir 64 Prozent Besucher mit Budgetverantwortung. Das heißt, auf der Dmexco trifft man tatsächlich die relevanten Personen im Unternehmen.
Auch aus anderen Ländern erwarten wir viele Besucher. Etwa ein Viertel der Besucher stammt aus dem Ausland. Vertreter aus UK, den Niederlanden, aber auch USA, Frankreich oder Spanien sind vor Ort anzutreffen. An Branchen ist auf der Dmexco vieles vertreten: Von Onlinemedien über FMCG bis hin zu AdTech, FinTech, Pharma oder Automotive.
new business: Welche Trends beobachten Sie in der Branche und bei den Vorbereitungen zur Veranstaltung?
Gründel: Dass KI allgegenwärtig ist, muss ich nicht erwähnen. Daran kommt keiner vorbei. Besonders spannend aber finde ich die Diskussionen rund um den Einfluss von KI auf die Kreativität der Marketers. Wie können wir KI gezielt einsetzen, um Kreativität zu steigern und wo sind die Grenzen? Durch Marktumfragen können wir bestätigen, dass Mut immer wichtiger wird. 75 Prozent der Marketingexperten halten einen mutigen Markenauftritt für erfolgsentscheidend. Die Krux ist jedoch: in der Praxis werden nur wenige mutige Ideen umgesetzt, das zeigt eine Umfrage der Dmexco. Es klafft eine Lücke zwischen Wahrnehmung und tatsächlichem Handeln.
Besonders eindrucksvoll fand ich auch die Bedeutung von Emotionen im Marketing hierzulande. In einer Studie, die wir gemeinsam mit Kantar durchgeführt haben, sehen wir, dass emotionale und kreative Werbung in Deutschland im internationalen Vergleich noch ausbaufähig ist. Erschwerend kommt hinzu, dass deutsche Konsumenten nur schwer zu begeistern sind. Der "Enjoyment Score" ist für Werbeanzeigen hierzulande niedriger als in fast allen anderen Ländern. Wenn Marken die harte Schale der deutschen Konsumenten knacken wollen, muss Werbung also noch sehr viel aufregender werden und das Storytelling ans Herz gehen.
new business: Wie nehmen Sie die derzeitige Stimmung der Digital-Marketing-Branche wahr?
Gründel: Die Branche befindet sich in einem Umbruch. Wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten prägen die Stimmung. Und auch die Entwicklungen durch KI verunsichern viele. Aber wir nehmen aber mindestens genauso viel Optimismus wahr. Jetzt ist die richtige Zeit für Mut und Engagement, um Innovationen voranzutreiben und Transformationsprozesse zu gestalten. Europa kann sich als zuverlässiger und innovativer Markt positionieren – wenn wir bereit sind, in die Zukunft zu investieren. Gleichzeitig bewegen wir uns in einer Zeit, in der KI-Inhalte – von jedem – in Sekundenschnelle erzeugt werden. Wir müssen uns fragen, wie sich jeder einzelne abheben kann, wenn alle auf KI setzen. Hier spielen menschliche Kreativität, Emotion und auch eine klare Kante eine sehr wichtige Rolle.
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