
Die Studie Verlagstrends 2025 des MVFP zeigt auf, in welchen Bereichen Verlage KI bereits einsetzen – Foto: Jittawit
Knapp zwei Drittel der Verlage arbeiten an KI-Strategie
Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändert den Medien- und Werbemarkt stark. Das Thema ist auch in den Verlagen angekommen und dringt dabei stetig in neue Bereiche vor. Dabei sehen die Medienhäuser Potenzial für neue Erlösquellen.
Das geht aus der Studie Verlagstrends 2025: Trusted AI – KI zwischen Automatisierung, Authentizität und Akzeptanz hervor, die der Medienverband der freien Presse (MVFP) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und Prof. Dr. Thomas Hess von der LMU München durchführte. Für die Untersuchungen wurden 170 Verlage online zu ihren KI-Aktivitäten befragte.
Demnach beschäftigen sich 61 Prozent der befragten Verlage aktuell mit der Entwicklung und Umsetzung einer KI-Strategie. Davon haben 36 Prozent eine solche Strategie bereits ausgearbeitet, weitere 25 Prozent befinden sich in der Planung oder Umsetzung. 71 Prozent der befragten Verlage räumen dem Thema Mitarbeiterschulungen eine hohe Priorität ein. Darüber hinaus gewinnen Kooperationen mit externen KI-Anbietern (64 %) und die Entwicklung eigener Lösungen (49 %) an Bedeutung.
Bei den konkreten Einsatzbereichen von KI liegt der Fokus laut MVFP-Studie auf der Unterstützung kreativer Prozesse und redaktioneller Arbeit: 55 Prozent der Verlage nutzen KI für Texterstellung und -bearbeitung, 51 Prozent für Rechercheunterstützung und 36 Prozent für Bild- und Videoerstellung und -bearbeitung. Text-to-Speech-Anwendungen (31 %) und der Einsatz von KI als Sparringspartner (37 %) sind ebenfalls wichtige Anwendungsfelder. In Kundenservice und Vertrieb ist der KI-Einsatz bislang noch gering, teilen die Studienautoren mit.
Mit Blick auf neue Erlösquellen durch KI befinden sich viele Verlage noch in der Planungsphase. Chancen rechnen Verlage bei personalisierten Inhalten (35 %), in der After-Sales-Optimierung (32 %) und für Zielgruppenanalysen (30 %) aus. Daneben sehen Verlage Potenziale in der Monetarisierung von Archiven und Datenbanken (42 %), der Lizenzierung aktueller Inhalte als Trainingsdaten für KI-Modelle (39 %) und der Nutzung strukturierter Meta-Daten (29 %).
Die Verlage erwarten sich vom KI-Einsatz vor allem positive Effekte auf Effizienz (52 Prozent) und Produktivität (34 Prozent) und sehen in der Technologie Chancen bei der Personalisierung von Angeboten (28 Prozent) sowie bei der Verbesserung der User Experience (24 Prozent). Die Auswirkungen auf Vertrauen, Kreativität und Zufriedenheit bewerten die Befragten differenziert: 45 Prozent rechnen bei Vertrauen und Glaubwürdigkeit mit gemischten Effekten, elf Prozent sehen positive Impulse für Kreativität, acht Prozent für Mitarbeiterzufriedenheit.
"Viele Verlage erkennen das Potenzial von künstlicher Intelligenz – insbesondere für Effizienz und Produktivität sowie für neue Formen der Inhaltsnutzung. Gleichzeitig handeln sie mit großem Verantwortungsbewusstsein“, erklärt Lutz Drüge, Geschäftsführer Fachvertretung Die Publikumsmedien im MVFP. "'Trusted AI' ist für die Branche kein leeres Schlagwort, sondern wird aktiv gelebt: KI soll Prozesse gezielt unterstützen, ohne dabei redaktionelle Sorgfalt, Urheberrechte oder das Vertrauen der Leserinnen und Leser zu gefährden. Im Mittelpunkt stehen Qualität, Transparenz und publizistische Verantwortung, um verlässliche, unabhängige und vielfältige Berichterstattung sicherzustellen, die sich klar von KI-generierten Inhalten, algorithmisch getriebenen Echokammern und digitaler Desinformation abgrenzt."
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Marcel Kodura 24.09.2025

