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2024 war das Gründer-Duo David Stephan (links) und Martin Eggert noch in Party-Stimmung - Foto: David+Martin

David+Martin stellt Antrag auf Insolvenz und will sich in Eigenregie sanieren

Die 2015 gegründete Kreativ-Agentur David+Martin mit Stammsitz in München - einst weithin als Highflyer gefeiert - ist in schwere wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Das David+Martin-Management musste aufgrund der drohenden Zahlungsunfähigkeit den Gang zum Amtsgericht München antreten, um dort den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz-Verfahren zu stellen. Dabei wird ein Verfahren in Eigenregie angestrebt, mit dem sich die Agentur sanieren will. Dafür braucht es eine positive Fortführungsprognose

In den vergangenen Wochen sind verschiedene Interessenten angesprochen worden, um sie zu einem Investment bei David+Martin zu bewegen (gerüchteweise soll mit der Serviceplan-Gruppe über einen Einstieg verhandelt worden sein). Doch der Karren steckte schon zu tief im Dreck, daher soll nun das Insolvenz-Verfahren in Eigenregie zur Lösung / Sanierung führen.

Der Absturz von David+Martin, der sich bereits 2023 klar und deutlich abzeichnete, wäre sicher vermeidbar gewesen, wenn die Führungskräfte rechtzeitig stärker auf die Bremse getreten wären. Das Jahr 2023 wurde mit einem Verlust in Höhe von knapp 720.000 Euro abgeschlossen, nachdem die Jahre 2021 und 2022 Überschüsse in Höhe von rund 340.000 Euro (2021) und 215.000 Euro (2022) erbracht hatten. Der für 2023 ausgewiesene Verlust ist nur die Spitze des Eisbergs, denn im Jahresabschluss stehen Verbindlichkeiten in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro - ein Teil davon entfällt auf Darlehen, für die die Gründer haften. 

2024 holte das Gründer-Duo Martin Eggert und David Stephan den erfahrenen Agentur-Manager Mark Niedzballa (Heye & The Game Group) als COO ins Haus. Er sollte Martin Eggert entlasten. Kurz Zeit später kam es zu erheblichen "Aufräum-Arbeiten". Die Mitgesellschafter des 2022 gestarteten Berliner Büros verließen im Sommer 2024 die Agentur und alle Töchter wurden wieder enger "angebunden". Der inzwischen 40-jährige Martin Eggert räumte damals zwar ein, dass die Agentur mehr Struktur brauche, aber verkündete dennoch stolz ein Wachstum von über 30 Prozent beim Honorar-Income. 

Wie die jetzige Situation zeigt, reichte das Honorar-Plus nicht aus, um die Kosten zu decken und parallel die Verpflichtungen zu reduzieren. Nun wird es eine weitere Aufräum-Runde geben. Die dürfte recht herzhaft werden. Dabei ist es fraglich, welche der fünf Einheiten der David+Martin.Gruppe diesen Prozess überleben werden. Beste Aussichten dürfte das Stammhaus in München haben. 

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