
Stehen vor dem Merger-Vollzug: Omnicom-CEO John Wren (links) und Interpublic-CEO Philippe Krakowsky - Fotos Omnicom + Interpublic
Omnicom-Interpublic-Deal soll im November 2025 vollzogen werden
Der im Dezember 2024 angekündigte Mega-Merger der beiden amerikanischen Agentur-Holdings Omnicom und Interpublic soll noch im November 2025 vollzogen werden. Laut Omnisom-CEO John Wren fehlt nur noch das grüne Licht der EU-Kommission. Dort ist der Merger am 20. Oktober 2025 angemeldet worden und bis zum 24. November 2025 muss die EU Kommission entscheiden, ob eine vertiefte Prüfung notwendig ist. Gründe dafür sind angesichts der positiven Bescheide der anderen Kartell-Behörden nicht erkannbar.
Global sollen rund 7.500 Stellen abgebaut werden
Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass die Planungen für die Zusammenführung der operativen Einheiten der beiden Holdings bereits vorangetrieben sein sollen. Kolportiert wird in diesem Zusammenhang, dass 7.500 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Auf den ersten Blick hört sich das brutal an, aber auf den zweiten Blick bewegt sich diese Größenordnung im Rahmen von üblichen Umstrukturierungen.
2024 standen weltweit knapp 75.000 Beschäftigte auf der Omnicom-Payroll und bei Interpublc waren es rund 51.000 Leute. Auf die Gesamtsumme von rund 126.000 Beschäftigten stellt der Abbau von 7.500 Arbeitspätzen eine Quote von knapp sechs Prozent dar. Angesichts der üblichen Fluktuation im Agentur-Sektor wäre das sogar ohne Sonderprogramme umsetzbar.
Weitaus spannender ist hingegen die Frage, welche Networks bestehen bleiben bzw. fusioniert werden. Da ist nur wenig zu hören. Recht gute Chancen werden allerings McCann attestiert, da diese Agentur-Marke eine starke Position im aufstrebenden Regionalmarkt Asien/Ozeanien hat.
Wenn die künftige Orga-Struktur von Omnicom (kauft faktisch Interpublic für 13 Milliarden Dollar) steht, könnte es zu weiteren Stellen-Reduzierungen kommen. Dieser Umbau-Prozess dürfte mehrere Monate, wenn nicht gar ein Jahr in Anspruch nehmen. Die betreuten Kunden haben nämlich ebenso ein Mitsprache-Recht wie die betroffenen Belegschaften.
Omnicom legt solide Zahlen für Q3/2025 vor
Für das dritte Quartal 2025 meldet Omnicom ein Plus von 2,6 Prozent auf rund vier Milliarden Dollar sowie ein operatives Ergebnis in Höhe von 530 Millioinen Dollar, was eine Marge von 13, 1 Prozent entspricht. Angesichts der Tasache, dass das Omnicom-Management neben dem normalen Business auch noch die Merger-Aktivitäten vorbereitet, kann man von soliden Zahlen sprechen.
Publicis hat kürzlich deutlich bessere Zahlen kommuniziert, doch dort konzentriert sich das Top-Managment darauf, das normale Agentur-Business voranzutreiben.
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Peter Strahlendorf 23.10.2025

