
Banijay übernimmt Mehrheit an der Tipico-Gruppe
Im Bereich Online-Gaming und Sportwetten steht ein größerer Deal bevor, der ganz besonders den deutschen Markt betrifft. Der französische Entertainment-Konzern Banijay will die Mehrheit an dem der Tipico-Gruppe übernehmen, die 2004 von drei Karlsruher Schulkameraden zusammen mit einem Karlsruher Rechtsanwalt als Tipico Casino Ltd. mit Sitz in Malta gegründet wurde. 2016 übernahm die Private Equity Company CVC Capital Partners für 1,3 Milliarden Euro 60 Prozent der Anteile an der Tipico-Gruppe und stockte den Anteil später weiter auf.
Nun reicht CVC im ersten Schritt 65 Prozent an die Banijay-Gruppe weiter, die später auch noch weitere 7 Prozent von CVC kaufen will. Die vier Tipico-Gründer tauschen ihre Tipico-Anteile in eine 22-Prozent-Beteiligung an der Glücksspuel-Sparte von Banijay. Bei dieser Transaktion in die Tipico-Gruppe mit insgesamt 4,6 Milliarden Euro bewertet worden. Der 48-jährige Tipico-CEO Axel Hefer, der auf Chef des Aufsichtsrates beim FC Schalke 04 ist, will an Bord bleiben.
Tipico ist in Deutschland und Österreich Marktführer bei Sportwetten. Die Banijay-Sparte Betclic gilt als Nummer in Frankreich und Portugal. Zusammen dürften Tipico und Betclic die Nummer vier in Euro sein.
Nach dem Vollzug der Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt der Kartell-Behörden steht, wird die Banijay-Gruppe auf den Standbeinen TV-Produktionen und Online-Gaming/Sportwetten stehen, die dann jeweils die Hälfte zum Umsatz beisteuern werden.
Die 54-prozentige Beteiligung an dem auch in Deutschland aktiven Sportwetten-Anbieter Bet-at-home.com AG will Banijay wieder verkaufen, um mögliche Konflikte mit dem Wettbewerbsrecht zu vermeiden.
Kostenlos versorgt Sie der new-business-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
Peter Strahlendorf 28.10.2025

