
Das aktuelle Key Visual des ADC-Wettbewerbs 2026 stammt von Elastique - Foto: ADC
Der ADC hat seinen Wettbewerb 2026 gestartet
Ab heute, 3. November 2025 bis zum 5. Februar 2026 können Agenturen, Unternehmen und freischaffende Künstler ihre Beiträge zum ADC-Wettbewerb 2026 einreichen. Und zwar Projekte, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2025 erstmalig veröffentlicht wurden. Und dann gibt es noch einen zweiten Einreichungsslot, und zwar für Arbeiten, die zwischen dem 1. Januar und dem 15. Februar das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Diese können bis zum 26. Februar 2026 auf der ADC-Wettbewerbsplattform hochgeladen werden.
„Das Licht der Welt erblicken“ respektive veröffentlicht bedeutet in diesem Fall nichts weiter, als dass mindestens ein Bestandteil der Arbeit in einem Medium oder auf einer digitalen Plattform für die Menschen aus Deutschland, Österreich und/oder Luxemburg sowie der deutschsprachigen Schweiz öffentlich zugänglich gewesen sein müssen – und zwar nachweislich. Etwaige weitere Kampagnenbestandteile müssen zumindest im Nachgang, aber innerhalb des Zeitraums, ebenfalls öffentlich zugänglich (ge-)wesen sein. Ausnahmen bilden Arbeiten, die in den Independent-Kategorien eingereicht werden.
Großes Aufräumen
So weit ist alles wie immer. Neu ist, dass die Verantwortlichen beim ADC einmal ordentlich aufgeräumt und über 100! Kategorien gestrichen haben. Das sind zunächst einmal die Kategorien, die in der Vergangenheit nicht mit Einreichungen übersät worden waren. Außerdem hat man einzelne Kategorien zusammengeführt.
Auch in Sachen KI will man vorbereitet sein, um nicht ähnliche Erfahrungen machen zu müssen, wie die Cannes Lions in diesem Jahr. Entsprechend muss offengelegt werden, wo KI eingesetzt wurde. Verstöße gegen diese Transparenzpflicht führt zum Ausschluss aus dem Wettbewerb. Um sicherzustellen, dass den Juroren hier nichts entgeht, wird die bereits bestehende Prüfungskommission durch KI-Expert:innen ergänzt, deren Aufgabe es sein soll, etwaige Verdachtsfälle zu überprüfen.
ADC goes Wirtschaft
Grund für das Einbeziehen von KI-Expert:innen und das besondere Augenmerk darauf begründet Burghard Müller damit, dass die Technik in den Agenturen längst angekommen sei und zum Alltag gehöre.
Ebenso zum Alltag gehöre die Erkenntnis, dass die Kreativwirtschaft inzwischen weit über Kunst hinausgeht. Darum gibt es fortan die Kategorie Creative Impact. Damit will der ADC die wirtschaftliche Wirkung von Kreativität stärker in den Fokus rücken. Eingereicht werden können Arbeiten, die im Vorjahr mindestens eine Auszeichnung erhalten haben. Diese Auszeichnung muss übrigens nicht zwingend beim ADC-Wettbewerb verliehen worden sein. Auch andere relevante Wettbewerbe, wie die bereits zitierten Cannes Lions, die LIA, D&AD oder OneShow sind hier mit im Spiel. Für die Ausarbeitung der Bewertungskriterien der entsprechenden Arbeiten arbeitet der ADC laut eigenen Angaben mit der ANXO Management Consulting (Ralf Strehlau, Oliver Rosenthal) und Sasserath & Partner (Marc Sasserath) zusammen. Fest steht indes, in welchen Bereichen beziehungsweise Dimensionen die Bewertungen erfolgen: Financial Return (z. B. Marktanteil, Umsatzwachstum, Markenwert) und Value Creation (z. B. Stakeholder Value, Employer Value). Auch die Zusammensetzung der Jury soll bereits stehen: In ihr sitzen insgesamt fünf externe Expert:innen, darunter Vertreter:innen aus Wirtschaft und Beratung. Ziel ist, die Relevanz kreativer Leistung für Unternehmen zu unterstreichen (mehr zum Thema erfahren Sie in unserer aktuellen new-business-Ausgabe 11/25).
Doch nicht allein die neue Kategorie soll den Schulterschluss zwischen ADC und Wirtschaft stärken. Um mehr Relevanz in den Unternehmen zu erhalten, will man den Dialog mit Unternehmen und Kunden weiter ausbauen. Zudem will man Kooperationen mit Marken und Medien weiter ausbauen.
Zurück zum Festival 2026: Auf Nachfrage gaben sich die Verantwortlichen beim ADC sehr zuversichtlich gestimmt, dass die Teilnahme am Wettbewerb trotz der schwierigen wirtschaftlichen Zeiten mindestens auf dem Niveau von 2025 liegt. So zumindest ließe es aich aus Nachfragen bei Agenturen interpretieren. Wobei, wie ADC-Geschäftsführer Klaus Gräff betont, besonders die unabhängigen Agenturen und Freelancer neigt seien, wieder einzureichen. Positiv auf die Einreichungszahlen wird sich ziemlich sicher auch auswirken, dass Jung von Matt 2026 wieder im Spiel ist. Die Agentur hatte 2013 beschlossen, in den „ungeraden“ Jahren in eine Wettbewerbspause zu gehen. In den Jahren, in denen die Agentur „dabei“ ist, wird bei den Hamburgern alles darangesetzt, in den Kreativrankings ganz oben zu stehen. Und das bedeutet: es wird viel und in allen für die Rankings relevanten Wettbewerben eingereicht. Zur Erinnerung: Jung von Matt hatte 2024 insgesamt 90 Nägel gewonnen, davon allein drei Grand Prix.
Zurück zur Ausgabe 2026: Das ADC Festival findet am 10. Und 11 Juni wieder in der Gerresheim-Event-Location Schuppen 52 im Hamburger Hafen statt. Der erste Tag ist dem Kongress vorbehalten. Am zweiten Tag werden daneben auch die Gewinner:innen der Nägel aus dem Nachwuchs- und aus dem Hauptwettbewerb ausgezeichnet.
Claudia Bayer 03.11.2025

