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Verbraucher:innen achten beim Einkauf zunehmend auf das Herkunftsland des Produkts – Foto: Piman Khrutmuang/Adobe Stock

Wie Marken vom Label 'Made in Germany' profitieren können

Der deutsche Bekleidungshersteller Trigema legt in seiner aktuellen TV-Kampagne den Fokus auf das Label 'Made in Germany' und bleibt damit seiner Markenstrategie der vergangenen Jahre treu. Dieses Qualitätskriterium könnte auch für andere Unternehmen hierzulande künftig wieder an Bedeutung gewinnen. Denn die Nachfrage nach heimischen Produkten steigt, wie kürzlich der Konsumentenreport der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH) zeigte, hinter der Bonial, Marktguru und Shopfully (ehemals Offerista) stehen. Für die Untersuchung wurden 2.470 Personen in Deutschland zu ihren Einkaufsverhalten und Kaufabsichten befragt.

Demnach vertrauen 83 Prozent der Befragten Marken aus Deutschland stark oder sehr stark. Bei US-Produkten sind es nur 20 Prozent, bei asiatischen lediglich 9 Prozent. Wenn Preis und Verfügbarkeit keine Rolle spielten, würden 80 Prozent Produkte aus Deutschland kaufen. Gründe hierfür sind (hohe) Qualität (62 %), faire Arbeitsbedingungen (52 %) und Nachhaltigkeit (40 %). Immerhin noch 55 Prozent der Verbraucher würden Produkte aus Europa in den Einkaufskorb legen.

Allerdings schreiben 28 Prozent europäischen Produkten auch höhere Preise zu – die ein großer Teil zu zahlen bereit ist: Bei Lebensmitteln würden 40 Prozent der Konsument:innen für Produkte aus Europa mehr zahlen, teils/teils sagen 39 Prozent, bei Kleidung sind es 24 bzw. 53 Prozent und bei Elektroartikeln 24 bzw. 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei Kosmetik (23% / 46%) und Möbeln (19% / 52%) aus.

Ein Viertel der Befragten (26 %) hat bereits wegen der aktuellen amerikanischen Politik US-Produkte boykottiert, 45 Prozent können sich dies vorstellen. Eine wichtige Rolle spielt das Herkunftsland bei Lebensmitteln – hier achten 7ß Prozent häufig oder immer darauf. Knapp dahinter folgen Elektroartikel (49 %) und Kosmetik (45 %). Ähnlich sieht es bei Kleidung und Möbeln aus.

Qualitätsmerkmale von Marken in der Werbung sichtbar machen

"Aus den Ergebnissen des IDH-Konsumentenreports lässt sich klar ableiten: Konsument:innen achten zunehmend darauf, wo Produkte herkommen und welchen Marken sie vertrauen", erklärt Florian Reinartz, Geschäftsführer und CMO/CCO des Berliner Unternehmen Bonial, zu dem die Portale Kauf Da und Mein Prospekt gehören. "Bei Lebensmitteln spielt das Herkunftsland eine zentrale Rolle, während 'Made in Germany' vor allem im Non-Food-Bereich als starkes Gütesiegel gilt."

Marken sollten diese Werte in ihrer Kommunikation sichtbar machen, empfiehlt Reinartz, und nennt etwa klare Kennzeichnungen in digitalen Angebotsumfeldern und Hinweise auf der Verpackung als Beispiele.

Patrick Dainese, Geschäftsführer des Münchner Anbieterts Marktguru, ergänzt: "Angebotskommunikation kann Preis- und Lieferketteneffekte zwar nicht ausgleichen, aber sie kann Orientierung geben. Für Werbetreibende heißt das: Marken, die Werte wie Qualität, faire Produktion oder regionale Herkunft in ihrer Werbung glaubwürdig vermitteln, knüpfen an das Vertrauen an, das 'Made in Germany' bei Konsument:innen genießt. So schaffen sie ein weiteres Kaufargument in einem Umfeld, in dem Kaufentscheidungen immer häufiger unter Preisdruck getroffen werden."

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