
Mit Rabatt zur Reparatur: Berlin testet Modellprojekt für nachhaltige Textilien
Mit dem Repair Deal startet Ende November 2025 in Berlin eine neue Initiative zur Förderung von nachhaltigem Modekonsum. Das Gemeinschaftsprojekt wird getragen von der Berliner Agentur New Standard.s, dem gemeinnützigen Verein Circular Berlin sowie dem GreenTech-Startup FixFirst. Eingebettet ist das Vorhaben in Solstice, ein EU-weites Forschungsprojekt, das modellhafte Lösungen für eine sozial gerechte und klimaorientierte Kreislaufwirtschaft im Textilsektor entwickeln soll. Die Finanzierung der Rabatte erfolgt über EU-Fördermittel. Für Naming, Branding, Design und Kommunikationsstrategie zeichnet New Standard.s verantwortlich und setzt die begleitenden Maßnahmen, von Out-of-Home über Social Media bis hin zu Kampagnen im Berliner Fenster (BVG), um.
Der Repair Deal greift zentrale Herausforderungen der Textilwirtschaft auf: kurze Produktlebenszyklen, steigende Umweltbelastungen und die Notwendigkeit, Konsumgewohnheiten neu zu denken. Ziel ist es, Reparaturen im Modebereich sichtbarer und attraktiver zu machen und so einen Beitrag zur Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu leisten. Berlin ist dabei eine von nur vier europäischen Pilotregionen, in denen Strategien und Blaupausen erarbeitet werden, die später auch in anderen Städten und Regionen Anwendung finden können. Ergänzend wird eine umfassende Lebenszyklusanalyse von Textilien erstellt, deren Ergebnisse in ein Policy Paper mit Empfehlungen für politische Rahmenbedingungen einfließen.
Im Zentrum des Projekts steht die Reparatur von Jeans. Interessierte können sich online anmelden, erhalten einen Rabattgutschein und geben ihre reparaturbedürftige Jeans in einer teilnehmenden Schneiderei ab. Dort wird sie fachgerecht instand gesetzt und anschließend zurückgegeben. Der Auftakt erfolgt mit den Repair Days vom 27. November 2025 bis 1. Dezember im Gebrauchtwarenkaufhaus NochMall in Berlin-Reinickendorf. Mit Aktionen und einem bunten Rahmenprogramm wird das Thema Reparatur stadtweit sichtbar gemacht und der Zugang erleichtert. Der 50%-Rabatt auf Jeans-Reparaturen dient als Pilot, um zu prüfen, ob ein Reparaturbonus die Zahl der Reparaturen im Modebereich nachhaltig steigern kann. Verantwortlich bei Circular Berlin ist die Projektmanagerin Sarah Keller.
Maximilian Mauracher, Gründer und Geschäftsführer von New Standard.s: "Zu viele wertvolle Textilien landen im Müll und das Thema Reparatur braucht mehr Relevanz und Sichtbarkeit. Reparieren muss schlicht ein No-Brainer für uns alle werden. Mit dem Repair Deal zeigen wir, wie Kreislaufwirtschaft ein selbstverständlicher Teil des Alltags sein kann – lokal und zukunftsorientiert. Und wie frisch das Thema Reparatur kommuniziert werden kann."
Frauke Jacoby 26.11.2025

