
Laut dem Industry Pulse Report von Integral Ad Science gehören ungeeignete KI-Inhalte zu den größten Risiken für die Mediaqualität - Foto: Jürgen Fälchle/AdobeStock
Werbespendings: Verstärkter Fokus auf digitale Medien
Digitale Videos, soziale Plattformen und Mobilgeräte werden die Mediaaktivitäten von Unternehmen im Jahr 2026 bestimmen. Das zeigt der aktuelle Industry Pulse Report 2026 von YouGov im Auftrag von Integral Ad Science (IAS), einer US-Plattform für Mediamessung und -optimierung mit Deutschlandsitz in Berlin.
Der Report beleuchtet die wichtigsten Trends und neuen Technologien, die die britische Werbelandschaft im Jahr 2026 prägen werden. Für die Untersuchung wurden im Oktober 2025 insgesamt 220 britische Digital-Media-Expert:innen aus Unternehmen, Agenturen, Publisher und Plattformen, die alle programmatische Werbung einsetzen, befragt.
Demnach bleiben digitale Videos ein klarer Investitionsschwerpunkt: 87 Prozent der Mediaexpert:innen nennen sie eine Top-Priorität – vor Display (81 %) und Audio (55 %). Soziale Plattformen sind weiterhin zentraler Bestanteil der Strategie (82 %), während Mobile insgesamt mit 79 Prozent weiterhin der wichtigste Mediakanal ist.
In diesen Umfeldern gewinnen Influencer-getriebene Inhalte an Bedeutung. 77 Prozent der Media-Entscheider:innen rechnen damit, dass Influencer Marketing 2026 ein noch wichtigerer Bestandteil ihrer Social-Strategien sein wird. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Messung auf sozialen Plattformen. 85 Prozent der Befragten betrachten sowohl Attention als auch Viewability als zentrale Leistungskennzahlen.
Generell bleibt die Mediaqualität für Werbetreibende und Agenturen ein zentrales Thema. Problematische Umfelder ist dabei das dominierende Thema und wird von 78 Prozent der Befragten genannt. Ad Fraud und Made-for-Advertising-(MFA)-Content folgen mit 50 Prozent. 40 Prozent weisen auf anhaltende Schwierigkeiten bei der Messung und den Ergebnissen hin.
Für Publisher ist das wichtigste Thema in der Vermarktung 2026 die Überwachung der CO₂-Emissionen in der programmatischen Werbung (40 %). weitere 35 Prozent nennen eine mangelnde Viewability als weiterhin wichtige Herausforderung.
KI-generierte Inhalte rücken bei Mediaqualität in den Fokus
Als größte Herausforderungen sehen Mediaexpert:innen die Platzierung neben KI-generierten Inhalten (56 %). Für 40 Prozent gehören ungeeignete KI-Inhalte zu den gravierendsten Risiken für die Mediaqualität. Diese Sorge zieht sich durch alle Kanäle: 73 Prozent erwarten, dass die zunehmende Menge von KI-generierten Inhalten auf sozialen Plattformen stärker überwacht werden muss. 77 Prozent sagen, dass Advertiser künftig gegen potenziell ungeeignete KI-Inhalte vorgehen müssen.
In der Folge steigt der Bedarf an Verifizierung. 81 Prozent der Befragten sagen, dass eine unabhängige Drittanbieter-Verifizierung entscheidend sein wird, um KI-generierte Inhalte in sozialen Feeds zu identifizieren. Bei digitalen Videos erwarten 78 Prozent, dass externe Verifizierungen eine zentrale Rolle spielen, um Advertiser etwa vor Deepfakes zu schützen. Auf die Frage, welche Arten von KI-Inhalten sie vollständig vermeiden würden, nannten die Befragten am häufigsten Inhalte, die ungenaue oder falsche Informationen enthalten (68 %), und spam-ähnlich sind (63 %).
"Wir beobachten, dass Unternehmen die Dynamik von digitalen Videos und sozialen Medien konsequent nutzen. Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie rasant sich das gesamte Mediaökosystem ständig verändert", erklärt Csaba Szabo, Manager Director für die Region EMEA bei IAS. "Influencer-Formate und KI-gestützte Inhalte eröffnen neue Möglichkeiten, bringen aber auch Unsicherheiten mit sich. Der diesjährige Industry Pulse Report zeigt deutlich: Mediaqualität und Transparenz bleiben zentrale Prioritäten. Besonders bemerkenswert ist, dass 40 Prozent der Publisher die Überwachung der CO2-Emissionen in der programmatischen Werbung als ihr Top-Thema für 2026 nennen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit als Schlüsselaspekt der Mediaqualität."
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Marcel Kodura 09.12.2025

