Bundesbürger blicken skeptisch ins Jahr 2026
Der Regierungswechsel im Frühjahr 2025 hat nicht für eine Stimmungsveränderung in Deutschland gesorgt. Die Bundesbürger blicken sogar noch etwas skeptischer in das Jahr 2026 als ins Vorjahr. Das geht aus der traditionellen Umfrage des Allensbach-Instituts zu Jahresbeginn hervor.
Auf die Frage "Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?" gibt es nur minimale Änderungen im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der hoffnungsvoll gestimmten Bundesbürger geht um einen Prozent-Punkt auf 33 Prozent zurück. Ebenso sieht es bei den Bundesbürgern aus, die mit Befürchtungen ins Jahr 2026 blicken. Hier sinkt der Anteil ebenfalls um einen Prozent-Punkt von 30 auf nunmehr 29 Prozent. Leicht angestiegen ist hingegen der Anteil der Befragten, die skeptisch ins Jahr 2026 blicken - das sind mit 29 Prozent zwei Prozent-Punkte mehr als 2025.
Handelsblatt Research Institute senkt Konjunktur-Prognose für 2026
Zu der leicht gestiegenen Skepsis bei den Bundesbürgern passt die Info, dass das Handelsblatt Research Institute (HRI) seine Konjunktur-Erwartung für Deutschland für das Jahr 2026 erneut gesenkt hat. Für das neue Jahr erwarten die Ökonomen jetzt nur noch ein Wachstum von 0,7 Prozent - 0,1 Prozent-Punkte weniger als vor drei Monaten. 2027 soll es wieder ein bisschen stärker aufwärts gehen - dann soll die Wirtschaft in Deutschland um 0,9 Prozent zulegen.
Das Hauptproblem der deutschen Volkswirtschaft ist laut HRI, dass ihr Herzstück, die Industrie, in den vergangenen Jahren dramatisch an Wettbewerbsfähigkeit verloren habe. Offensichtlich seien immer mehr Produkte aus Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig.
Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup: "Anders als die beiden vorherigen Regierungen hat die amtierende Große Koalition den Ernst der Lage offenbar erkannt. Allerdings fehle ihr Mut und Kraft, die notwendigen Reformen anzugehen. Der Herbst der Reformen, den Kanzler Friedrich Merz ausgerufen hatte, weise in die falsche Richtung. Die Wirtschaft wächst in nächster Zeit zwar moderat, doch der Wohlstand der Bevölkerung wird weiter sinken. Die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten schrumpfen."
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Peter Strahlendorf 02.01.2026



