
Content-Distribution
GEMA trennt sich von der Zebralution-Gruppe
Die Verwertungsgesellschaft GEMA mit Sitz in Berlin hat sich offenkundig entschieden, sich aus dem Bereich Digital-Media-Distribution wieder zurückzuziehen und ihre Tochter Zebralution GmbH an die New Yorker Private Equity Company Insight Partners zu verkaufen. Das geht aus den Anmeldungen bei den Kartell-Behörden in Wien und Bonn hervor.
Die GEMA will sich offenkundig wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, nämlich die Vertretung der Urheber-Rechte ihrer über 103.000 Mitglieder aus dem Musik-Bereich. Der Verkauf der Ende 2019 erworbenen Tochter Zebralution überrascht auf den ersten Blick, denn die geschäftlichen Feldern passen gut zusammen. Das stellte auch der damalige GEMA-Chef Dr. Harald Heker fest: "Mit der Beteiligung an Zebralution investiert die GEMA gezielt in ihre Zukunftsfähigkeit. Unsere Mitglieder können wir mit Zebralution künftig auch beim digitalen Vertrieb ihrer Musikwerke unterstützen. Dadurch steigern wir signifikant die Relevanz der Gema im digitalen Musikmarkt."
Das Geschäft bei Zebralution entwickelte sich 2020 und 2021 ausgesprochen gut. Die Gewinne stiegen von 835.000 Euro in 2019 auf 1,35 (2020) und 1,86 Millionen Euro (2021). Danach sank der Gewinn kräftig durch und in 2024 gab es ein Minus von beachtlichen 2,54 Millionen Euro. Kein Wunder, dass das GEMA-Management sich zum Verkauf entschied. Zwar wurde der Geschäftsbetrieb Ende 2024 durch den Einstieg bei Open Publishing noch in Richtung Digital Publishing erweitert, doch um mit den Digital-Giganten konkurrieren zu können, braucht es erhebliche Invest-Mittel, die mit den Primär-Ziel der GEMA wohl nur schwer in Einklang zu bringen sind.
Für Insight Partners dürfte das Problem sein. Die Investment-Company ist auch mit dem Medien- und Digital-Sektor sowie den Gepflogenheiten in Deutschland bestens vertraut. Insight Partners ist unter anderem bei dem Personal-Marketing-Spezialisten Staffbase mit Sitz in Chemnitz engagiert und hielt Anteile an der Firma TeamViewer in Göppingen.
Die Zebralution-Story
Zebralution wurde 2004 in Duisburg als erster Digitalvertrieb für Independent-Labels in Europa gegründet. Das Unternehmen, das seinen Sitz später nach Berlin verlagerte, arbeitet mit eigenen Entwicklungs-, Marketing- und Business-Teams von zehn Büros in acht Ländern aus und vertreibt und vermarktet über 3.500 Labels, Verlage und Produzent:innen aus der ganzen Welt. Neben dem Musikvertrieb entwickelt Zebralution seit 2010 auch neue Vermarktungsmodelle für Verlage und deren Hörbuch-Produktionen. 2018 wurde dies durch das Themenfeld Podcast in Form des Tochterunternehmens Zebralution Podcast (ehemals zebra-audio.net) ergänzt. Mit der 2019 erfolgten Übernahme der Plattform-Company Encoding Management Service (EMS) kam die Entwicklung und der Betrieb von Technologien für den digitalen Medien-Vertrieb hinzu. 2019 erwarb die GEMA die Mehrheit der Anteile an der Zebralution GmbH. Nach dem Ausstieg der Mitgründer Kurt Thielen und Sascha Lazimbat Ende 2023 wurde die GEMA alleiniger Gesellschafter.
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Peter Strahlendorf 20.01.2026

