
ProQuote verliert seinen Hauptinvestor - Grafik: ProQuote e.V.
ProQuote vor dem aus? - Bundesbildungsministerium streicht Förderung
Nach neun Jahren hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend – wie die Behörde inzwischen sperrig heißt – die Förderung für ProQuote Medien e.V. abgelehnt. So teilte es der Verein, dem nach eigenen Angaben dadurch in den nächsten drei Jahren Einnahmen von rund 600.000 Euro fehlen, mit.
„Die Dinglichkeit, weibliche Perspektiven in unserer Demokratie zu stärken, scheint an dieser Stelle nicht mehr zu bestehen“, folgert Vereinsvorstandsmitglied Katharina Preuth aus dem ablehnenden Bescheid.
ProQuote zählt eigenen Angaben zufolge als einzige Institution in der deutschen Medienlandschaft seit 2012 regelmäßig den „Frauenmachtanteil“ in den deutschen Leitmedien. Damals, heißt es weiter, habe der bei mageren 14,39 Prozent gelegen und sei seitdem bis 2022 auf 39,9 Prozent kontinuierlich angestiegen. Nun allerdings ginge es stetig wieder bergab. Aktuell liegt der Anteil bei 37,5 Prozent.
Preuth nennt den Backlash im Journalismus besorgniserregend und fügt hinzu: „Gerade in Zeiten von zunehmendem Rechtsextremismus, antifeministischer Bewegungen und populistischer Narrative ist Transparenz über Machtverhältnisse in den Medien zentral für eine wehrhafte Demokratie.“
Die sei nun gefährdet, heißt es von Seiten ProQuote. Denn ohne die seit immerhin 2017 regelmäßig geflossene Förderung soll es dem Verein eigenen Angaben zufolge weder möglich sein, die Zählungen fortzuführen, noch würden weiterführende Studien, die Social-Media-Präsenz oder Fachkonferenzen möglich sein.
Um die Arbeit und damit ProQuote wie gewohnt fortführen zu können, wird laut Vorständin Preuth aktuell nach anderen Fördermöglichkeiten Ausschau gehalten.
Claudia Bayer 05.03.2026

