
Das Presse-Grosso steht vor einem weitreichenden Umbruch - Abb.: Presse Fachverlag
Grosso-Reform: Verlage kündigen Verträge / Grosso-Verband übt scharfe Kritik
Die Umsetzung der von der Fit-for-Future-Arbeitsgemeinschaft vorgeschlagenen Grosso-Reform (erhielt am 11. Feb. 2026 grünes Licht vom Bundeskartellamt) kommt in Gang. So wurden seitens der Verlage die Verträge mit den Grossisten des sogenannten Siegburger Kreises gekündigt.
Naturgemäß reagiert der Grosso-Verband mit scharfer Kritik an diesem Schritt. Sie bezeichnen es als "verantwortungslos" sowie "wirtschaftlich und gesellschaftlich hoch problematisch". Der Vorgang sei eine "gezielte und abgestimmte Vernichtung einer unabhängigen Wirtschaftsstufe mit wirtschaftlich gesunden, agilen und effizient arbeitenden Unternehmen mit hunderten qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern".
Thorsten Mauch, Vorstand des Gesamtverband Pressegroßhandel: "Ihre Zerschlagung entbehrt jeder sachlichen Grundlage, ist dysfunktional und nicht wie dargestellt alternativlos. Über dem gesamten FFF-Vorhaben schwebt das Damoklesschwert der rechtlichen Unzulässigkeit. Gleichzeitig wird allgemein mit einer disruptiven Übergangsphase gerechnet, die unweigerlich zu praktischen Problemen führt."
Zum besseren Verständnis sei an dieser Stelle festgehalten, dass Verlage und Grossisten über mehrere Jahre ohne greifbares Ergebnis über eine Reform des Prressevertriebs verhandelt haben. 2024 entschied sich die Verlagsseite, zusammen mit vier Grosso-Unternehmen einen eigenen Reform-Plan zu entwickeln. Der Plan ist mehrfach angepasst worden und im Februar 2026 vom Bundeskartellamt gebillgt worden.
Der in Köln anässige Gesamtverband Pressegroßhandel (GVPG) hat angekündigt, beim Oberlandesgericht Düsseldorf Klage gegen die Entscheidung des Bundeskartellamtes einzureichen.
Mehr Details zur Situation sowie dem Reform-Prozess gibt es bei der new-business-Schwester DNV.
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Peter Strahlendorf 06.03.2026

