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Christian Dürr sieht im Agenturwechsel eine Chance, das Profil der FDP wieder stärker als "optimistische Reformkraft" sichtbar zu machen – Foto: FDP

FDP-Etat wandert von Heimat zu Antoni Hotline

Die FDP stellt ihre Kommunikationsstrategie bis zur Bundestagswahl 2029 neu auf und vergibt ihren zentralen Marketingetat an Antoni Hotline. Die Berliner Agentur übernimmt ab dem 1. April 2026 die Rolle der Lead‑Agentur für Kampagnen auf Bundes‑, Landes‑ und kommunaler Ebene. Erste Maßnahmen sollen zu den Landtagswahlen im Herbst 2026 starten.

Der Etatwechsel markiert das Ende einer langen Zusammenarbeit: Die FDP war bislang von Heimat betreut worden. Der Schritt erfolgt in einer Phase, in der sich Heimat innerhalb des TBWA‑Netzwerks neu sortiert. Das Berliner Büro hat in den vergangenen Jahren mehrere große Etats verloren oder abgegeben, darunter Trolli (zu Serviceplan) und Teile des dm‑Geschäfts. Auch die Consors Bank lässt ihren Kreativetat derzeit pitchen. Das Team ist inzwischen auf rund 45 Mitarbeitende geschrumpft, prominente Führungskräfte wie Matthias Storath und Tim Holtkötter haben die Agentur verlassen.

TBWA hält zwar weiterhin an Heimat fest, doch die Marke steht unter Druck. Großkunde Henkel wird inzwischen überwiegend aus Düsseldorf betreut, Hornbach arbeitet direkt mit Kreativchef Guido Heffels zusammen und nutzt Heimat vor allem noch als Absender. Branchenweit wird die Entwicklung als Teil einer größeren Neuordnung innerhalb des Omnicom‑Netzwerks gesehen, ausgelöst durch die umfassenden Restrukturierungen, die CEO John Wren angestoßen hat.

Mit dem Wechsel zu Antoni Hotline verbindet die FDP auch inhaltliche Erwartungen. Der Bundesvorsitzende der FDP Christian Dürr spricht davon, die eigene Positionierung im Zuge des angekündigten Neustarts neu zu justieren. Er formuliert den Anspruch, das Profil der Partei stärker als "optimistische Reformkraft" sichtbar zu machen – ein Ziel, das nach dem Ampel-Aus nicht mehr eingehalten wurde.

Antoni Hotline wiederum hatte sein Leistungsportfolio im vergangenen Jahr erweitert. CEO Stefanie Wurst stellte die Agentur breiter auf, um neben klassischer Werbung auch Digital‑ und Social‑Media‑Kommunikation vollständig abzudecken. Das Mandat der FDP umfasst multidisziplinäre Kampagnen über alle politischen Ebenen hinweg.

Die Agentur wurde 2015 als maßgeschneiderte Einheit für Mercedes‑Benz gegründet und hat seither weitere spezialisierte Units für Marken wie Katjes, Kärcher, Vodafone, Aldi und Bild aufgebaut. Zudem engagiert sich Antoni in gesellschaftlichen Initiativen wie #ZusammenFürDemokratie und unterstützt pro bono die Margot‑Friedländer‑Stiftung. Antoni gehört zur Omnicom‑Gruppe.