
Havas startet solide in 2026
Die französische Werbeholding Havas hat ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Danach konnte das organische Wachstum in den ersten drei Monaten des Jahres um 2,5 Prozent gesteigert werden, der Nettoumsatz lag bei 638 Millionen Euro.
Yannick Bolloré, CEO von Havas: „… Diese Entwicklung, die im Einklang mit unserer Prognose für das Gesamtjahr 2026 steht, wurde insbesondere durch die anhaltende Stärke in den USA (+7,4%) getragen und spiegelt die Widerstandsfähigkeit unseres Modells sowie die Qualität unserer Neugeschäftsgewinne in Schlüsselmärkten wider. …“
Einer der zitierten Schlüsselmärkte ist Europa, in dem 50 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden. Hier stieg der Nettoumsatz um übersichtliche 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders gut lief es hier laut Havas vor allem in Frankreich, vor allem getragen durch Havas Media, die im ersten Quartal bedeutende Pitches gewinnen und Aufträge generieren konnten. Derweilen zeigte sich das Vereinigte Königreich stabil. Für das übrige Europa vermeldet Havas eine Entwicklung, die dem regionalen Durchschnitt entsprochen hätte.
Nordamerika zahlt als zweiter Schlüsselmarkt zu 37 Prozent in die Bilanz ein. Das bereits kolportierte Nettoumsatz-Plus von 7,5 Prozent beruht laut Havas vor allem auf den Säulen Creative (Havas New York, Arnold und Uncommon) und Media (Havas Media US und Havas Edge Performance), die im vergangenen Jahr zahlreiche Pitches für sich entscheiden konnten, die zu Jahresbeginn an Dynamik gewonnen hätten. Havas Health verzeichnete hingegen binnen der ersten drei Monate 2026 ein leichtes Minus.
Highlights zu Jahresbeginn
Neben einer, trotz des makroökonomisch unsicheren Umfelds, soliden Neugeschäftsentwicklung soll über das Jahr vor allem die „Strategie der ergänzenden Akquisitionen“, wie Havas es nennt, das Geschäft weiter beflügeln.
In den ersten drei Monaten 2026 konnten die Franzosen bereits vier M&As auf der Habenseite verbuchen:
In Spanien schlüpfte Acento Public Affairs unter das Dach der H/Adivisors, dem globalen Beratungsnetzwerk der Gruppe für Kommunikation und Public Affairs.
In Schweden war es der Spezialist für Messung, Analytik und Datenaktivierung CTRL Digital, der Teil von CSA, der globalen Technologie-, Daten- und Analytikberatung von Havas Media Network.
In Frankreich bekam Maison BETC durch den Zusammenschluss mit Eyesight, einer bis dato unabhängigen Agentur, die auf die Konzeption und Produktion maßgeschneiderter Modeschauen spezialisiert ist.
Und last but not least sei für Deutschland die Übernahme der Berliner Culture-Marketing-Agentur Styleheads genannt, die unter das Dach von Havas Media respektive deren Bereich Havas Play kroch.
Von einer kleinen, nicht wesentlichen Finanzinvestition spricht Havas im Zusammenhang mit der Louis Hachette Group, an der sich die Franzosen über den Kauf von Aktien im Wert von knapp 8.5 Millionen Euro, der unterm Strich zu einer Minderheitsbeteiligung von 0,58 Prozent an der Publishing-Gruppe führte.
Dieser Deal dürfte insofern interessant sein, als dass die Louis Hachette Group von der Familie Bolloré kontrolliert wird. Zudem gilt die Gruppe seit 2004 als Frankreichs führender Verlag und weltweit als sechstgrößter Verlagskonzern. Auf der anderen Seite ist Bolloré Participations, also die Familie Bolloré mit einem Anteil von 31,6 Prozent der größte Anteilseigner von Havas.
Insgesamt spricht Havas davon, fünf bis zehn Akquisitionen oder zumindest Mehrheitsbeteiligungen über das gesamte Jahr 2026 anzustreben.
Ausblick auf das Gesamtjahr und darüber hinaus
Wohl auch beflügelt vom Start in das Jahr 2026 bestätigt Yannick Bolloré die bereits im vergangenen Jahr in Aussicht gestellten Erwartungen. Danach rechnet die Holding mit einem Plus beim Nettoumsatz von zwischen zwei und drei Prozent. Die bereinigte EBIT-Marke soll zwischen 13,2 und 13,5 Prozent liegen und mittelfristig bis 2028 auf einen Wert zwischen 14 und 15 Prozent steigen.
Claudia Bayer 15.04.2026

