
Kreativwirtschaft im KI-Umbruch
Wie Künstliche Intelligenz Märkte verschiebt und kreative Arbeit verändert, lautet die zentrale Frage des diesjährigen German Creative Economy Summit (GCES), der am 28. Und 29. April in Hamburg stattfindet.
Insgesamt rund 100 Speaker werden an den zwei Tagen auf Kampnagel über zentrale Themen, die aufgrund der sich stetig weiterentwickelnden Künstlichen Intelligenz immer mehr ins Zentrum rücken, referieren. So beispielsweise Prof. Martin Andrée, der seit Jahren gegen die Vormacht der BigTech kämpft und gemeinsam mit Dr. Florian Harms, Max Haarich, Nikolas Hill und Tamara Güçlü als Moderatorin über die Frage diskutieren, in Anbetracht der Obermacht durch Alphabeth, Amazon, Meta & Co. ein europäischer Daten- und KI-Raum entstehen kann, der Innovation ermöglicht, faire Wettbewerbsbedingungen schafft und Wertschöpfung in Europa hält.
Zu den weiteren Speakern zählen unter anderem, Dr. Carsten Brosda (Hamburgs Senator für Kultur und Medien), Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), sowie Björn Böhning (Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen). Aus den Bereichen Medien und Wirtschaft haben unter anderem Rhys Noelke (Chief Data Officer bei Bertelsmann), Dr. Paul Evers (Head of AI bei der FUNKE Mediengruppe), und Virginie Briand (Deloitte) Keynotes vorbereitet. Zentrale Stimmen der Branche, wie Matthias Hornschuh (Initiative Urheberrecht), Michael Duderstädt (GEMA), Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat) sowie Prof. Dieter Gorny (Initiative Musik) werden ebenfalls dabei sein. Und last but not least bringen unter anderem Larissa Pohl und Aïssou Diallo (beide GWA) Perspektiven aus dem Agenturumfeld ein.
Dr. Carsten Brosda: „Künstliche Intelligenz verändert derzeit mit großer Dynamik die Rahmenbedingungen kreativer Arbeit – sie eröffnet neue Möglichkeiten, stellt aber auch grundlegende Fragen nach Urheberschaft, Wertschöpfung und Verantwortung. Die entscheidende Ressource bleibt aber weiterhin die menschliche Kreativität. Sie gibt Richtung, Bedeutung und Haltung vor – und macht aus technologischen Potenzialen kulturellen Fortschritt. Die Kreativwirtschaft ist deshalb weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor: Sie stiftet Sinn, schafft gesellschaftlichen Dialog und prägt unsere demokratische Öffentlichkeit. Formate wie der German Creative Economy Summit sind zentrale Orte, um diesen Dialog zu führen, gemeinsame Leitlinien für den Einsatz von KI zu entwickeln und die Verbindung von technologischer Innovation und künstlerischer Freiheit aktiv zu gestalten.“
Was Brosda beschreibt, lässt sich mit Zahlen leicht unterlegen: Mit rund zwei Millionen Erwerbstätigen und über 200 Milliarden Euro Jahresumsatz zählt die Kreativwirtschaft zu den wichtigen Wirtschaftszweigen in Deutschland. Mit ihren elf Teilmärkten (Musik, Film, Buch, Presse, Architektur, Rundfunk, Darstellende Kunst, Design, Software/Games, Kunst, Werbung) entfaltet die Kreativwirtschaft darüber hinaus Zugkraft für andere Wirtschaftsbereiche und spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Gesellschaft und Demokratie in Deutschland.
Im Hinblick auf Brosdas Einlassung zur Verantwortung sei abschließend noch ein besonderer Programmpunkt genannt: Am 29. April wird – quasi als krönender Abschluss des diesjährigen GCES - im Alabama Kino Dr. Eckart von Hirschausens Dokumentation "Hirschhausen und die Deepfake-Mafia" ihre exklusive Premiere feiern. Anschließend diskutieren Kerstin Siebert, Björn Staschen und Eckart von Hirschhausen über Verantwortung, Regulierung und die Frage, wie Aufklärung und Humor helfen können, digitale Täuschung zu entlarven.
Mehr zum GCES 2026 und zu den Themen MarTech und AdTech gibt es in new business 05/26, die am 4. Mai erscheint.
Claudia Bayer 21.04.2026

