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Jung von Matt hat die meisten Shortlist-Platzierungen - Foto: ADC

ADC setzt 575 Arbeiten auf die Shortlist

In gut einem Monat findet im Hamburger Hafen das ADC Festival statt, in dessen Rahmen traditionell auch die Gewinner der ADC-Nägel in Gold, Silber und Bronze verliehen werden. Welche Kampagnen mit Edelmetall geehrt werden, verrät der Art Directors Club für Deutschland zwar noch nicht, aber schon, wer sich Hoffnungen auf einen Nagel machen kann.

Insgesamt haben die mehr als 400 ADC-Mitglieder und Experten, die dieses Jahr in 28 Jurys zusammengekommen sind, um die eingereichten Arbeiten zu bewerten, 575 Kampagnen auf die Shortlist gesetzt. Das sind 7,5 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Was entweder auf weniger qualitative Einreichungen oder auf strengere Jurybewertungen schließen lässt. Denn, so heißt es von Seiten des ADC, die Anzahl der Einreichungen soll sich auf dem Niveau von 2025 gehalten haben. Wenngleich, so räumt man im Berliner ADC-Headquarter ein, die Anzahl der Einreichungen von den großen Networks – wie bereits 2025 – weiter abgenommen haben sollen. Stattdessen hätten jedoch erneut mehr Freelancer sowie kleine und mittlere Agenturen teilgenommen.

Jung von Matt ist wieder voll dabei

Positiv getragen wird die Zahl der Einreichungen sicherlich auch von der Hamburger Agentur Jung von Matt, die, nachdem sie nur in den geraden Jahren selbst an Wettbewerben teilnimmt, wieder dabei ist und sich 82 Mal für einen Nagel empfehlen konnte. So beispielsweise allein zehnmal mit der Kampagne "§HOPLEFTING – Wie man Nazi Shops in Anti Nazis Shops verwandelt" für den Kunden druck18.com. Die Kampagne wurde insgesamt in 18 Kategorien eingereicht.

Mit 52 Shortlistplatzierungen steht es für Scholz & Friends ebenfalls nicht schlecht bestellt, um die Chance auf den einen oder anderen Nagel. Wobei die Hamburger im Gegensatz zu Jung von Matt und Heimat diverse Kampagnen auf der Liste haben, wovon die meisten Chancen wohl die Kampagne „The Most Brilliant Failure“ für den Kunden IWC Schaffhausen hat (9 Nennungen), gefolgt von „Irmela vs. Nazis“ für Toom Baumarkt hat, die achtmal auf der Shortlist steht.

Auch HeimatTBWA und damit auch der Dauerkunde Hornbach gehen als zumindest Gold-, wenn nicht gar Grand Prix-Kandidaten ins ADC-Festival. Insgesamt stehen die Berliner 38 Mal auf der Shortlist. Davon 23 Mal mit der Kampagne „Kein Projekt ohne Drama“, die unter anderem bereits beim Deutschen Werbefilmfestival 2026 der große Gewinner war, und 14-mal mit „Freu dich wie ein Kind“.

Ebenfalls mit von der Partie derer, die sicherlich den einen oder anderen Nagel für sich reklamieren werden, ist Serviceplan. Wenngleich die Münchener dieses Jahr „nur“ 35 Arbeiten auf der Shortlist haben. Allerdings muss man dazu sagen, dass einige davon „alte Bekannte“ sind, wie beispielsweise die „Price Packs“ für Penny, die bereits im vergangenen Jahr auf Rang 3 der am meisten beim ADC ausgezeichneten Kampagnen zu finden war. Für dieses Jahr hatte man die Chance genutzt und in der neuen Kategorie „Creative Impact“ eingereicht.

Nicht am Wettbewerb teil nimmt in diesem Jahr der große Vorjahressieger Innocean, die sicherlich mit einer der Kampagnen „The First Speech“ für Reporter ohne Grenzen, die „Kia Soundscapes“ oder die digitale Verhüterli-Kampagne „Camdom“ für Billy Boy Chancen in der Kategorie „Creative Impact“ gehabt hätten. Schließlich haben die Arbeiten – und das ist eine Voraussetzung, um in der Kategorie teilzunehmen – ihre kreative Exzellenz in den vergangenen 24 Monaten durch den Gewinn zahlreicher nationaler wie internationaler Awards bewiesen.

Wie dem auch sei, am Ende sind sie nicht dabei. Dennoch hatten die Juroren über die zwei Tage, an denen sie im Hamburger Volksparkstadion die Lounges und Kasematten belegt hatten, um die Arbeiten zu sondieren und zu diskutieren, genügend Gesprächsstoff. Oder wie Nicola Ryan, Vice President of Global Product Design und Chairwoman des ADC Wettbewerbs, es ausdrückt: „Tage voller zukunftsweisender Entscheidungen: Welche Trends beweisen nachhaltigen Impact? Welche Beiträge stechen durch ihre herausragenden Ideen und Umsetzung hervor? Während der ADC Jurytage wurde deutlich, dass sich die Zukunft der Kreativbranche weiterentwickelt, zugleich aber auf einem starken Fundament steht. Ich freue mich auf die Shortlist und darauf zu sehen, welche Arbeiten bei den Award Shows als Gewinner ausgezeichnet werden. Die diesjährigen Bewertungen haben eine große Bandbreite herausragender Arbeiten sichtbar gemacht.“

Klare Trends: Handwerk, Technologie und Wirkung

Wobei die Diskussionen der Jurys laut ADC zentrale Entwicklungen für die Branche aufzeigten: Herausragende Arbeiten überzeugen durch die Verbindung von handwerklicher Exzellenz und dem gezielten Einsatz neuer Technologien, vor allem KI. Gleichzeitig rückte die nachweisbare Wirkung von Kommunikation stärker in den Fokus der Bewertung. Arbeiten, die kreative Idee, exzellente Umsetzung und messbaren Impact verbinden, konnten sich in vielen Kategorien besonders durchsetzen, so der ADC.

Welche Arbeiten das am Ende dann wirklich überzeugend taten, wird im Rahmen der ADC Award Shows am 11. Juni 2026 im Schuppen 52 in Hamburg bekanntgegeben.