
Beim ADC gibt es 2026 weniger Nägel - Foto: ADC
Der ADC plant das Festival 2026 groß
Der Art Directors Club von Deutschland hat sich für das diesjährige Festival einiges vorgenommen. Laut Burkhard Müller, ADC-Präsident und Geschäftsführer der Hamburger Agentur Mutabor, will man auch in diesem Jahr auf den Änderungen aus 2025 aufbauen und ein Festival auf die Bühnen bringen, das viel Inspiration darüber liefern soll über das, was in den kommenden 12 Monaten in der Markenkommunikation relevant sein wird. Unter dem Festivalmotto Creative Impact sollen sowohl die Kreativthemen besetzt werden als auch der große Bereich Branchenrelevanz, mithin, was die Kunden aktuell bewegt, soll eine Bühne bekommen.
Diese bereits 2025 in Gang gesetzten Änderungen haben laut Müller einen Sog auf das Festival erzeugt, was er daran ausmacht, dass bereits einen Monat vor dem Festival rund 30 Prozent mehr Tickets verkauft wurden als zu selben Zeitpunkt 2025. Entsprechend gehe man beim ADC davon aus, dass die sich die Zahl der Teilnehmenden mindestens auf dem gleichen Niveau hält wie im Vorjahr. Mithin: man rechnet mit rund 6.000+ Besuchern in der Event-Location Schuppen 52 im Hamburger Freihafen.
Neue Nägel, aber weniger Edelmetall
Insgesamt hatten die Juroren an den beiden Jurytagen rund 8.000 Einreichungen zu bewerten, wovon sie 575 auf die Shortlist gesetzt haben. In der zweiten Juryrunde ging es dann um die Verteilung der Nägel. 335 sind es in diesem Jahr insgesamt, was einem Minus von neun Prozent gegenüber 2025 entspricht. Das Minus machte sich allen voran bei den goldenen Nägeln bemerkbar, von denen in diesem Jahr 41 (47 in 2025) ihren Besitzer wechseln. Andersherum werden mit 97 silbernen Nägeln vier mehr als 2025 verliehen. Bei den bronzenen Nägeln war die Jury wieder sparsamer und hat 197 (222 im Jahr 2025) zugedacht.
Ebenfalls mit Nägeln in Gold, Silber und Bronze werden die Kampagnen ausgezeichnet, die in der Kategorie Creative Impact eingereicht wurden. Infrage dafür kamen Arbeiten, die in den letzten zwei Jahren beim ADC, den Cannes Lions, der OneShow, dem D&AD oder dem LIA mindestens mit einer Auszeichnung bedacht wurden und einen messbaren kreativen Return on Investment hatten.
An welche Kampagnen und in welchen Kategorien und ob überhaupt in diesem Jahr ein Grand Prix vergeben wird, steht offiziell noch nicht fest. Sicher ist lediglich, dass es einen in der Kategorie Creative Impact geben wird. Denn hier, so Burkhard Müller, sei die "Nagelvergabe" diametral zu den sonstigen Kategorien. Hier werde zuerst der Grand Prix, also die herausragende Arbeit bestimmt und danach geguckt, welche der weiteren Kampagnen sich als so gut erweisen, dass sie eines Nagels in Gold, Silber und Bronze würdig sind.
Auffällig war, so Burkhard Müller, dass das Qualitätsniveau im Talent-Wettbewerb „krass gestiegen“ ist. Insbesondere sei das im Bereich AI zu erkennen, wo die Arbeiten qualitativ teilweise besser waren als in den vergleichbaren Kategorien im Hauptwettbewerb. Burkhard Müller: „Da merkt man, wie das Thema AI weg von dem ‚ich mal irgendwas mit KI‘ hin zu wirklich einem Kreativboost gerade bei den jungen Kreativen geworden ist. Das war wirklich schön zu sehen, was die nächste Generation in der Lage ist, abzuliefern.“
Welche Arbeiten letztendlich mit den begehrten Nägeln oder gar einem Grand Prix ausgezeichnet werden, wird im Rahmen der ADC Award Shows am 11. Juni 2026 bekanntgegeben.
Claudia Bayer 12.05.2026

