
Bill Ackman hat sich bei der UMG-Übernahme verzockt - Foto: Peter Hurley
Universal Music Group gibt Bill Ackman offiziell einen Korb
Der Vorstand der Universal Music Group (UMG) hat ein unaufgefordertes Übernahmeangebot in Höhe von 64 Milliarden Dollar (rd. 56 Milliarden Euro), das der US-Investor von Bill Ackman über Pershing Square Capital (an der Ackerman rund 24 Prozent hält) Anfang April 2026 platzierten ließ, abgelehnt, wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab. Dieser Schritt erfolgte einen Tag, nachdem der Großaktionär Cyrille Bolloré die UMG dazu gedrängt hatte, das Angebot abzulehnen.
Wörtlich lässt sich der Vorstand unter anderem wie folgt zitieren: „Der Vorstand hat einstimmig beschlossen, dass der unaufgeforderte und unverbindliche Vorschlag, den er am 7. April 2026 von Pershing Square Capital Management, L.P. erhalten hat, nicht im besten Interesse von UMG, seinen Aktionären, Künstlern, Songwritern, Mitarbeitern und anderen Stakeholdern liegt.“
Weiter heißt es: „Der Vorstand hat sich die Zeit genommen, den von Pershing Square unterbreiteten Vorschlag gründlich zu prüfen. Nach sorgfältiger Prüfung mit Unterstützung externer Finanz- und Rechtsberater hat der Vorstand den Vorschlag abgelehnt, da er UMG grundlegend und erheblich unterbewertet und keine überdurchschnittliche Wertschöpfung bringen wird. Der Vorstand hat die Meinung vieler UMG-Aktionäre und anderer Interessengruppen eingeholt und ist der Ansicht, dass ein starker Konsens hinter der Entscheidung des Vorstands steht.“
Das Angebot umfasste rund 10,9 Milliarden US-Dollar (9,35 Mrd. Euro) in bar sowie zusätzliche Aktien, wodurch sich der Gesamtwert auf etwa 35 US-Dollar (rd. 30 Euro) pro Aktie beläuft.
Pershing Square erklärte, die UMG-Aktie sei aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich der Eigentümerstruktur des Unternehmens und der Beteiligung von UMG an Spotify sowie aufgrund der Verzögerung des geplanten Börsengangs in den USA unterbewertet.
Hierzu heißt es in der Erklärung von UMG vom 29. Mai: „Das Unternehmen hat kürzlich ein Rückkaufprogramm initiiert und anschließend ausgeweitet, Pläne zur Veräußerung der Hälfte seiner Spotify-Beteiligung angekündigt und erklärt, dem Markt umfassendere Finanzinformationen zur Verfügung zu stellen, damit sein Geschäft besser bewertet und verstanden werden kann.“
Sherry Lansing, Vorstandsvorsitzender vom UMG, sagte: „UMG hat sich durch eine klare Vision und konsequente Umsetzung eine unangefochtene Position in der Musikindustrie erarbeitet. Der Vorstand hat volles Vertrauen in die Fähigkeit von Sir Lucian und seinem Team, nachhaltiges Wachstum und eine kontinuierliche Wertschöpfung für alle Stakeholder zu erzielen.“
Bei der Entscheidungsfindung wurde der UMG-Vorstand unter anderem von der Citi Bank als als Finanzberater und Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison LLP sowie De Brauw Blackstone Westbroek N.V. als Rechtsberater unterstützt.
Claudia Bayer 01.06.2026

