
Mit der neuen Kampagne testet die DLRG in sechs Großstädten, wie schnell Passant:innen ein ertrinkendes Kind in einer überfüllten Strandszene erkennen und wirbt zugleich um freiwillige Rettungskräfte – Foto: DLRG
Erkennen oder übersehen? DLRG stellt Großstädte auf die Probe
Die Deutsche Lebens‑Rettungs‑Gesellschaft (DLRG), Hauptsitz in Bad Nenndorf, startet in mehreren deutschen Großstädten eine Digital‑Out‑of‑Home‑Kampagne, die auf die Herausforderungen der Wasserrettung aufmerksam machen und zugleich neue Ehrenamtliche gewinnen soll. Kern des zehnsekündigen Spots ist ein Selbsttest: Passant:innen sollen in einer überfüllten Strandszene innerhalb eines Augenblicks ein ertrinkendes Kind erkennen, ein Hinweis darauf, wie schnell Gefahrensituationen im realen Einsatz übersehen werden können.
Die Aktion läuft ab dem 3. Juni 2026 zwei Wochen lang auf digitalen Außenflächen von Ströer. Entwickelt wurde das Motiv gemeinsam mit der Agentur Grabarz & Partner, die die DLRG erneut pro bono unterstützt.
Mit der Kampagne will die DLRG nicht nur für die Bedeutung schneller Reaktionen im Notfall sensibilisieren, sondern auch neue Freiwillige ansprechen. Über die eingeblendete Website erhalten Interessierte Informationen zum zentral organisierten Wasserrettungsdienst an Nord‑ und Ostsee sowie zu lokalen DLRG‑Gliederungen im gesamten Bundesgebiet.
Hohe Einsatzbereitschaft an Küsten und Binnengewässern
Im vergangenen Jahr waren rund 51.000 Rettungsschwimmer:innen der DLRG an mehr als 1.200 offenen Gewässern und in ebenso vielen Schwimmbädern im Einsatz. Sie retteten 1.154 Menschen das Leben, in über 700 Fällen verhinderten sie unmittelbar ein Ertrinken.
Besonders gefragt ist das Ehrenamt an den Küsten: Von Mai bis September sichern mehr als 7.000 Einsatzkräfte rund 100 bewachte Badestellen an Nord‑ und Ostsee. Während der Hauptferienzeit sind dort zeitweise bis zu 850 Rettungsschwimmer:innen gleichzeitig im Dienst.
DLRG Präsidentin Ute Vogt: "Zehntausende Freiwillige engagieren sich in der DLRG bereits mit viel Herzblut dafür, Ertrinken zu verhindern. Doch wir finanzieren uns als Organisationen vor allem aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Wir brauchen starke Partner, die unsere Ziele teilen. Wir freuen uns, dass Grabarz & Partner erneut mit ihrer Kreativität unterstützt, und Ströer das großartige Ergebnis direkt auf die Straße bringt."
Frauke Jacoby 03.06.2026

