
Maria Scholl (links), geschäftsführende Vorständin der APA, und Klemens Ganner (rechts), COO und interimistischer Geschäftsführer der APA-Gruppe – Fotos: APA
Ergebnis steigt, CEO geht: APA ordnet Spitze neu
Die APA – Austria Presse Agentur mit Sitz in Wien hat im Juni 2026 ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt und berichtet trotz Sondereffekten von einer Ergebnissteigerung. Gleichzeitig kommt es zu einem Wechsel an der Spitze der Nachrichtenagentur: CEO Clemens Pig gibt seine APA‑Funktionen im Zuge seiner Wahl zum ORF‑Generaldirektor ab. Die interimistische Führung übernehmen APA‑Chefredakteurin Maria Scholl und COO Klemens Ganner.
Die Eigentümerversammlung bestellte Maria Scholl zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied und betraute sie gemeinsam mit Klemens Ganner mit der interimistischen Leitung der APA‑Gruppe. Ganner wurde zudem zum zweiten Geschäftsführer ernannt. Die Vertragsauflösung von Clemens Pig erfolgt vorzeitig und einvernehmlich, nachdem er vom ORF‑Stiftungsrat zum Generaldirektor ab 2027 gewählt wurde.
Auch in den Gremien kommt es zu Veränderungen: Ingrid Thurnher (ORF) wechselt in den Aufsichtsrat und übernimmt dort den Vorsitz. Im Vorstand rückt Alexander Mitteräcker (Der Standard) zum stellvertretenden Vorsitzenden auf, Harald Kräuter (ORF) und Oliver Pokorny (Kleine Zeitung) kommen neu hinzu.
Der Konzernumsatz der APA lag 2025 bei 77,5 Mio. Euro nach 80,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Rückgang ist auf den Verkauf der Gentics Software GmbH zurückzuführen. Bereinigt um diesen Effekt verzeichnet die Gruppe ein Umsatzplus von 0,9 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 5,5 Mio. Euro, das EGT auf 3,8 Mio. Euro. Der Personalstand sank von 516 auf 474 Vollzeitäquivalente, wovon 26 Stellen auf den Gentics‑Verkauf entfallen.
Strategische Schwerpunkte und Projekte
2025 setzte die APA ihren Kurs im Bereich Plattform‑ und KI‑Entwicklung fort. Mit First by APA wurde ein neues Redaktionssystem vorangetrieben, dessen erstes Modul Ende des Jahres implementiert wurde. Die Bildagentur firmiert seit November unter APA‑Images und wurde technisch in den APA‑NewsDesk integriert.
APA‑Comm schloss die Zusammenführung von APA‑OTS und APA‑DeFacto ab, während APA‑Tech langfristige Partnerschaften – darunter mit Keystone‑SDA – ausbaute. Ein Schwerpunkt lag weiterhin auf dem Ausbau digitaler Kompetenzen und KI‑Anwendungen.
Für 2026 plant die APA ein Strategie‑Update bis 2030. Mit APA[2]AI definiert sich die Agentur als integrierbare Intelligence Providerin und entwickelt KI‑basierte Lösungen für Newsrooms weiter. Zudem präsentierte die APA mit AustroBert ein eigenes KI‑Modell zur Textkategorisierung. Das Jahr markiert zugleich das 80‑jährige Bestehen der Agentur.
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Frauke Jacoby 18.06.2026

