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Zu sehen ist das Kampagnenmotiv "Papas Liebling – und von seiner Chatgruppe", das im Rahmen der neuen OOH-Initiative von Dunkelziffer e.V. und Vasataschröder auf digitale Formen sexualisierter Gewalt aufmerksam macht – Foto: Vasataschröder

Dunkelziffer macht digitale Tatorte sichtbar

Dunkelziffer e.V. und die Hamburger Kreativagentur Vasataschröder machen mit einer neuen Out‑of‑Home‑Kampagne auf digitale Formen sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen aufmerksam. Die Motive, die ab Mitte Juni 2026 im Großraum Hamburg zu sehen sind, thematisieren Risiken in sozialen Netzwerken und digitalen Räumen und wurden durch die Unterstützung des Bundesverbands Außenwerbung ermöglicht.

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Botschaften auf Kinderkleidung, die erst auf den zweiten Blick ihre eigentliche Bedeutung offenbaren. Formulierungen wie "Papas Liebling", "Moviestar" oder "Gute Nacht" werden durch Zusätze wie "… und von seiner Chatgruppe" oder "… im Darknet" gebrochen und verweisen auf Anbahnung, Erpressung und die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen im Netz. Die Kampagne verzichtet bewusst auf drastische Bildsprache und setzt auf Irritation als Auslöser für Aufmerksamkeit.

Digitale Risiken im Fokus

Die Initiative greift Entwicklungen auf, die Kinderschutzorganisationen seit Jahren beobachten: Eltern veröffentlichen Bilder ihrer Kinder in sozialen Netzwerken, Jugendliche teilen intime Inhalte aus Vertrauen oder sozialem Druck, und neue Technologien wie KI und Deepfakes schaffen zusätzliche Gefahren. Ziel der Kampagne ist es, für diese digitalen Tatorte zu sensibilisieren und Prävention stärker in den digitalen Raum zu verlagern.

Marco Safavi‑Hir, Geschäftsführer Vasataschröder: "Kreativität kann gesellschaftliche Themen sichtbar machen und Debatten anstoßen. Gerade bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder darf Kommunikation nicht wegsehen."

Julia Falck‑Gommeringer, Geschäftsführerin Dunkelziffer e.V.: "Die digitalen Tatorte sexualisierter Gewalt sind für die meisten Menschen unsichtbar. Genau das macht sie so gefährlich. Prävention und Kinderschutz müssen heute selbstverständlich auch im digitalen Raum stattfinden."

Vasataschröder arbeitet seit vielen Jahren pro bono mit Dunkelziffer e.V. zusammen und versteht gesellschaftliche Verantwortung als Teil der eigenen Arbeit.

 

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