
Im Regional-Geschäft der DuMont-Gruppe geht das Aufräumen weiter - Foto: Noah Jacobs
DuMont schließt die Rheinischen Redaktionsgemeinschaft GmbH
Angesichts der seit Jahren sinkenden Auflagen der Zeitungen wird die Content-Produktion bei der DuMont-Tochter Kölner Stadt-Anzeiger Medien umgebaut und gestrafft. Das hat zur Folge, dass die Rheinische Redaktionsgemeinschaft GmbH ihre Tätigkeit zum 30. September 2026 beenden wird. Die Company, die als eigenständiger Dienstleister fingierte, befindet sich erst seit Frühjahr 2026 im Vollbesitz der DuMont-Gruppe. Betroffen sind insgesamt 57 Vollzeitstellen.
Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien stellen die Produktion ihrer Regionalteile auf einen durchgängig digitalen Prozess um. Inhalte werden künftig von den digitalen Regio-Teams der Kölner Stadt-Anzeiger Medien kanalübergreifend erstellt und danach individualisiert für neue journalistische Apps und Portale sowie das E-Paper und die gedruckte Zeitung aufbereitet.
Oliver Eckert, CEO der Kölner Stadt-Anzeiger Medien: "Die Kolleginnen und Kollegen der RRG haben hochprofessionell und mit großer Verbundenheit zur Region gearbeitet. Dafür danken wir ihnen ausdrücklich. Der Wegfall ihrer Aufgaben ist eine Folge der Veränderungen im Medienmarkt und sagt nichts über die Qualität ihrer Arbeit aus. Wir müssen unsere Strukturen dort anpassen, wo der Markt schrumpft, und zugleich in die digitalen Bereiche investieren, wo er wächst. Nur ein wirtschaftlich starkes Medienhaus kann dauerhaft unabhängig und verlässlich berichten."
Gerald Selch, Chefredakteur beim Kölner Stadt-Anzeiger: "Wir automatisieren Produktionsschritte, nicht den Journalismus. KI kann etwa Ratsunterlagen aus allen Kommunen der Region auswerten und unseren Reporterinnen und Reportern helfen, relevante Zusammenhänge schneller zu erkennen. Vor allem schafft sie mehr Zeit für das, was nur Menschen leisten: hartnäckige Recherche, Einordnung und Präsenz vor Ort."
Die DuMont-Gruppe baut sein Regional-Business in Richtung Digital sowie Event + Erlebnis um bzw. aus. In den vergangenen Monaten sind mehr als 30 Vollzeitstellen für journalistische Angebote entstanden. Durch die jüngsten Akquisitionen von Rausgegangen und Dreamlight Labs verstärken zudem fast 100 Mitarbeitende das Regionalmedien-Geschäft. Die Unternehmen ergänzen das Angebot um Empfehlungen, Veranstaltungen und Erlebnisse für Köln und die Region. Zugleich entstehen zusätzliche attraktive Werbemöglichkeiten für regionale Anzeigenkunden.
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Peter Strahlendorf 13.08.2026

