
Dentsu will internationale Strukturen straffen
Die japanische Agentur-Holding Dentsu schreibt dank eines straffen Kosten-Managements sowie eines erfreulichen Wachstums im Heimat-Markt Japan im ersten Halbjahr 2026 operativ wieder schwarze Zahlen (83,9 Mrd. Yen), nachdem es in der Vorjahres-Periode ein Minus (-36,5 Mrd. Yen) gegeben hatte. Zu dem starken Gewinn-Plus trugt unter anderem der Verkauf der des Dentsu-Ginza-Gebäudes bei.
Der Netto-Umsatz von Dentsu ist hingegen nur leicht um 3,7 Prozent auf 583 Milliarden Yen (ca. 3,17 Mrd. Euro) gestiegen. Während es im Heimat-Markt um fünf Prozent aufwärts ging, lief es international deutlich schlechter. Beim organischen Wachstum musste überall Rückgänge hingenommen werden: in der Region Americas ging es um fünf Prozent abwärts, in der Region EMEA lag das Minus bei minimalen 0,2 Prozent und in der Region APAC bei -3,8 Prozent. Während die Länder UK, Spanien und Polen organisch zulegten, sanken die Umsätze in Deutschland, Italen und der Schweiz.
Verhaltene Aussichten und Straffung des internationalen Geschäfts
Die Dentsu-Führung geht davon aus, dass erst 2028 wieder mit stärkerem organischen Wachstum zu rechnen sei. Für das Jahr 2027 stehen weitere strukturelle Aktivitäten an. Zwar ist der geplante Personal-Abbau von knapp 4.000 Arbeitsplätzen weitgehend vollzogen, aber beim internationalen Geschäft ist eine deutliche Straffung geplant. Bis zu 160 internationale Einheiten sollen bis 2028 verschwinden. Ursprünglich war sogar ein Verkauf des internationalen Geschäfts in Erwägung gezogen worden - doch der wurde Anfang 2026 wieder ad acta gelegt.
Die Straffung dürfte vor allem die Bereiche Creative und Customer Experience Management betreffen, denn dort hat Deutsu deutliche Umsatz-Verluste hinnehmen müssen. Im Medien-Business mit den Networks Carat, iProspect sowie Dentsu X läuft es hingegen weitgehend stabil.
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Peter Strahlendorf 18.08.2026

