
Die Kampagne von #AfDnee kontert völkische Herkunftsnarrative mit einem Gentest-Angebot – Quelle: Straight, Forwards & Partners
#AfDnee kontert Herkunftsbegriff "biodeutsch" mit Gentest-Aktion
Die Initiative #AfDnee und die Kreativagentur Straight, Forward & Partners aus Offenbach starten im August 2026 eine Kampagne, die den Begriff "biodeutsch" gezielt infrage stellt. Das Konzept ist bewusst einfach gehalten: Wer behauptet, "100 Prozent biologisch deutsch" zu sein, kann einen Gentest machen – und #AfDnee übernimmt die Kosten, falls das Ergebnis diese Fantasie bestätigt.
Kampagne gegen völkische Herkunftsnarrative
Die Aktion richtet sich gegen die Vorstellung, es gebe in Europa Menschen mit "reinrassiger" Herkunft. #AfDnee verweist darauf, dass genetische Zusammensetzung seit Jahrtausenden durch Migration geprägt ist. Mit dem Gentest‑Angebot will die Initiative zeigen, dass der Begriff "biodeutsch" wissenschaftlich nicht belegbar ist.
Digitale Verlängerung und Material für Unterstützer:innen
Die Kampagne läuft auf großen Social‑Media‑Plattformen und wird auf AfDnee.de vertieft. Dort stellt die Initiative Faktenchecks und Hintergrundinformationen zu Positionen der AfD bereit. Unterstützer:innen können zudem Flyer, Sticker und Plakate zum Selbstkostenpreis bestellen oder herunterladen.
Philipp Jacks, Initiative #AfDnee: "Politiker und Fans der AfD unterscheiden zwischen 'Biodeutschen' und 'Passdeutschen' – das widerspricht der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichheit vor dem Gesetz und ist klar rassistisch. Unsere DNA kennt keine Grenzen: Sie ist das Ergebnis jahrtausendelanger Vermischung. Manche halten sich dennoch für 100 Prozent biologisch Deutsch. Die sollen mal einen DNA‑Test machen. Sollte das Ergebnis stimmen, übernehmen wir die Kosten."
Stefan Schmidt, Co‑Founder Straight, Forward & Partners: "Völkischem Denken und Rassismus kommt man manchmal nicht bloß mit Kommunikation bei. Da hilft eher: Probieren geht über Studieren."
Bisherige Kampagnen von #AfDnee
Die Initiative #AfDnee hat in den vergangenen Jahren mehrere Kampagnen umgesetzt, die sich kritisch mit Positionen der AfD auseinandersetzen. Zu Weihnachten 2025 veröffentlichte Demopuk gemeinsam mit Straight, Forward & Partners Motive unter dem Motto "Menschlichkeit ja, #AfDnee", die den Gegensatz zwischen christlichen Werten und rechtsextremen Narrativen thematisierten. Die Kampagne lief auf Social Media und OOH und wurde über AfDnee.de mit Faktenchecks und Hintergrundinformationen verlängert. Bereits 2024 startete #AfDnee eine Social‑Media‑ und Plakatkampagne zu den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen, in der fiktive AfD‑Wähler:innen aus der Zukunft über die Folgen ihrer Wahlentscheidung berichteten. Die erste #AfDnee‑Kampagne erschien 2023 unter dem Titel "Wählen ja. #AfDnee" und erreichte nach Angaben des Vereins eine hohe Beteiligung: Über 100.000 Plakate, Flyer und Banner wurden von Unterstützer:innen in Hessen finanziert und verteilt.
Über #AFDnee
Hinter der Initiative #AfDnee stehen die Frankfurter Vereine Demopuk e. V., der sich der Förderung für demokratische Politik und Kultur widmet und 2023 das Licht der Welt erblickte, sowie der Verein für demokratische Bildung und Kultur – Demokult e.V., gegründet 2018. Inhaltlich stützt sich das Projekt unter anderem auf eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Das Projekt verfolgt das Ziel, potenzielle Wähler:innen darüber aufzuklären, dass zentrale Positionen und Forderungen der AfD nach Einschätzung der Initiative den Interessen ihrer eigenen Anhängerschaft widersprechen.
Kostenlos versorgt Sie der new-business-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
Frauke Jacoby 19.08.2026

