
Wearable Statements sollen bei der Lufthansa den Streit um die Etikette an Bord in Gespräche wandeln - Foto: Murat Aslan
Lufthansa bannt Flug-Etikette auf Klamotten
Es ist inzwischen knapp zehn Jahre her, als ein X- (damals noch Twitter) Post die Welt ins Staunen brachte: Die britische Sängerin Joanne Catherall von der Band „The Human League“ wurde von einem Mitarbeiter der australischen Fluggesellschaft Quantas nicht in die Business Lounge der Airline gelassen, weil sie UGGs trug. Die Fellstiefel, die seit Jahrzehnten in kaum einem Schuhregal fehlen, gelten bei der Fluggesellschaft nämlich als Hausschuhe und entsprechen demnach nicht den Kleidervorschriften für Fluggäste.
Das ist wahrscheinlich bei den meisten längst vergessen. Nicht aber die Erfahrungen, die der eine oder andere jüngst während seiner Urlaubsflüge machen musste: drängelnde Mitfliegende bei der Landung, den Streit, zu welchem Sitzplatz denn nun welche Armlehne gehört, spielende Kinder auf dem Gang oder laut durch die Reihen grölende Passagiere. Gern genommen auch der Passagier aus der „Holzklasse“, der unbedingt als erster aussteigen will … Da mag sich dem einen oder anderen die Frage aufwerfen, wie man sich da zu verhalten hat – eine beispielsweise freundliche Aufforderung an die Kinder, sie mögen doch bitte draußen weiterspielen, scheint in in einer Flughöhe von 35.000 Fuß ebenso unangepasst wie das eigenmächtige Hochklappen der umstrittenen Armlehne. Oder gar das Festhalten der Hände des Sitznachbarn, der Applaudiert, weil der Pilot (was nebenbei sein Job ist – niemand würde einem Taxifahrer Beifall klatschen, nur weil er einen unfallfrei von A nach B chauffiert hat) den Flieger sicher wieder gelandet hat.
Abhilfe soll nun eine limitierte siebenteilige Kollektion schaffen, auf der die Lufthansa, gemeinsam mit ihrer Leadagentur Serviceplan, mit der einige der beständigsten Debatten rund um das Fliegen in den Fokus gerückt werden. Mit dem Ziel, dass sich die Fluggäste darüber unterhalten und einen Konsens finden, ohne dass es in Streit ausartet.
Auf der Kollektion, die aus Caps, Houdies, T-Shirts und Accessoires besteht, sind Statements zu lesen wie „Der Mittelsitz bekommt die Armlehne“, „Es ist ok nicht zu klatschen, wenn das Flugzeug landet“ oder „Leben, lieben, nach Reihen aussteigen“.
Der Haken dabei: Die Kollektion soll nicht in den Lufthansa-Merchandise-Läden an den Flughäfen, im Onlineshop oder beim Bordverkauf käuflich zu erwerben sein. Vielmehr können die Teile über die Social-Media-Kanäle der Lufthansa und von ausgesuchten Influencern, darunter Ben Henkler, gewonnen werden.
Die Einführung soll über TikTok, Instagram und Pinterest erfolgen und via (D)OOH-Ausspielungen an Flughäfen begleitet werden.
Credits:
Auftraggeber: Deutsche Lufthansa, Frankfurt; Agentur: Serviceplan, München; Fotos: Murat Aslan
Claudia Bayer 20.08.2026

