
Delivery-Hero-Chef Östberg bleibt überraschend im Amt
Delivery Hero stoppt im September 2026 die Suche nach einer Nachfolge für Konzernchef Niklas Östberg. Der Gründer des Berliner Lieferdiensts bleibt entgegen seiner im Mai angekündigten Rücktrittspläne an der Spitze des Unternehmens.
Die Entscheidung fällt mitten in der laufenden Übernahme durch den US-Konzern Uber. Noch im Frühjahr hatte Östberg angekündigt, das Unternehmen spätestens Ende März 2027 verlassen zu wollen.
Der Kurswechsel kommt in einer Phase grundlegender Veränderungen. Uber hat sich bereits die Mehrheit an Delivery Hero gesichert und bewertet das Unternehmen im Rahmen der Transaktion mit insgesamt rund 13 Milliarden Euro. Vor dem Abschluss der Übernahme soll zudem ein Teil des Geschäfts an den Investor SSW veräußert werden.
Östberg hatte Delivery Hero vor rund 15 Jahren mit aufgebaut und aus einem Berliner Start-up zu einem international tätigen Konzern entwickelt. Das Unternehmen war zwischenzeitlich im Dax notiert und ist heute in zahlreichen Märkten aktiv. Wirtschaftlich blieb die Entwicklung jedoch umstritten. Trotz starken Wachstums, das während der Corona-Pandemie zusätzlich beschleunigt wurde, schrieb Delivery Hero bislang keine nachhaltigen Gewinne.
Druck durch Investor verliert an Bedeutung
Eine zentrale Rolle bei der Debatte um die Konzernführung spielte zuletzt der aktivistische Investor Aspex. Der Hongkonger Vermögensverwalter hatte Delivery Hero wiederholt aufgefordert, Teile des Geschäfts zu verkaufen, und die Profitabilität des Unternehmens kritisiert. Zudem hatte Aspex öffentlich die Ablösung Östbergs gefordert.
Mit der Übernahme durch Uber hat sich die Situation jedoch verändert. Nach Medienberichten hat sich Aspex inzwischen verpflichtet, seine Beteiligung an den US-Konzern zu verkaufen. Damit verliert der Investor seinen Einfluss auf die künftige Ausrichtung des Unternehmens.
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Frauke Jacoby 25.09.2026

