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Neues KI-Forschungsnetzwerk will Kommunikation planbarer machen

Künstliche Intelligenz gehört in vielen Kommunikationsagenturen inzwischen zum Arbeitsalltag. Sie hilft bei der Erstellung von Inhalten, der Medienbeobachtung und der Auswertung von Kampagnen. Ob sich mit KI auch die Wirkung von Kommunikation vorhersagen lässt, wollen die Hamburger PER Intelligence und die Berliner Gesellschaft führender PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA) gemeinsam untersuchen. Dazu haben sie das Forschungsnetzwerk PAICnet gegründet.

PER Intelligence ist auf Datenanalysen und die Messung von Kommunikationswirkung spezialisiert. Das ehemalige Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) gehört zur PER Group, die bis September 2026 unter dem Namen Faktenkontor-Gruppe firmierte.

An PAICnet beteiligen sich zunächst 16 Kommunikationsberatungen. Die Abkürzung steht für "Network for Predictive Agentic Intelligence for Communication". Das Netzwerk bringt Kommunikationsberatungen, Technologieanbieter und Wissenschaftler zusammen. Gemeinsam wollen sie erforschen, wie sich die voraussichtliche Wirkung geplanter Kommunikationsmaßnahmen bereits vor deren Umsetzung abschätzen und für die weitere Planung nutzen lässt.

Jörg Forthmann, Gesellschafter von PER Intelligence und Mitglied des GPRA-Präsidiums: "Bisher haben wir Kommunikation umgesetzt und dann im Nachgang den Erfolg gemessen. Mit Predictive Intelligence drehen wir das um: Erst prognostizieren, dann handeln. Das ist kein gradueller Fortschritt – das ist ein Paradigmenwechsel."

Technisch soll dafür Predictive Intelligence mit sogenannter Agentic AI kombiniert werden. Während die eine Technologie mögliche Wirkungsverläufe prognostiziert, sollen KI-Systeme auf dieser Grundlage bestimmte Aufgaben eigenständig ausführen. Dazu zählen Themenanalysen, die Anpassung von Inhalten an unterschiedliche Zielgruppen, die Steuerung von Kommunikationskanälen und das frühzeitige Erkennen möglicher Krisen. Die Ergebnisse der umgesetzten Maßnahmen sollen anschließend mit den Prognosen verglichen werden, um die Vorhersagemodelle zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Fachlich begleitet wird das Projekt von Prof. Uwe Seebacher, der auf dem Gebiet der Predictive Intelligence forscht.

PAICnet wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Das Forschungsprojekt läuft Anfang September 2026 bis Ende August 2027.

Die GPRA zählt nach eigenen Angaben 31 Mitgliedsberatungen mit rund 3.100 Mitarbeitenden. Der Verband hatte sich erst kürzlich mit einem neuen Markenauftritt neu positioniert.

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